Inseln im sinkenden Licht
 
» Wurzeln hielten einen fest, am Boden, hinderten am Fliegen, und waren, zumindest im Deutschland der Nachkriegszeit, braun, die ›Wurzeln allen Übels‹. In der Ungeduld des Aufbruchs und erstrebten Höhenflugs übersahen wir, dass es ohne Wurzeln keine stabile Gemeinschaft gibt.«
 
 
Der Schriftsteller Anders Nieheim hat sich, wie es scheint, nach einem Jahr an seinem neuen Wohnort Elsterbach in der alten Heimat eingelebt. Aber je mehr er sich einlebt, desto mehr muss er erkennen, dass er auch hier keine Heimat gefunden hat und keine finden wird. Nun sieht er, älter und müder geworden, die Jahre vorüberziehen. Um ihn herum sterben die Menschen, mit denen er ein festes Lebensband hätte knüpfen können, wäre er nicht vierzig lange Jahre fern von ihnen in der Welt herumgesegelt. Und da er zu arm ist, zu krank am Körper, im Herz und in der Seele, um wieder auf eine Reise zu gehen, setzt er sich hin und macht sich im geschrumpften Horizont seines Lebens auf die Suche nach einer bescheideneren Heimat. Die Suche wendet sich immer mehr nach innen, findet Heimatinseln, Heimatfragmente, Traumheimaten. Und am Ende seiner Suche kommt er an im Wunderbaren. 

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