Neue Stadtgeschichten vom Meyer Frank

»Neulich beobachtete ich, wie zwei holländische Touristen in der Gangolfstraße verschwanden. Für IMMER, vermutete ich.«
Man kann sich durchaus verlieren in Trier ... oder verloren gehen. Der »Meyer Frank« aber ist gerüstet, um die alte Moselstadt aus seiner sehr eigenwilligen Perspektive zu erkunden.

 

 


Zusammen mit dem »Backes Herrmann« begibt er sich auf die Spuren von Karl Marx, testet ungewöhnliche Geschäfte und Vereine, erforscht ein Bermudadreieck in der Innenstadt, trifft auf außergewöhnliche Menschen und Tiere ... und wird so zum Trierversteher.Nach den 2013 erschienen Stadtschreiberkolumnen bietet Lost in Trier eine Auswahl von Frank P. Meyers Trier-Kolumnen, die 2014 bis 2019 online bei »16vor« und beim »Volksfreund« erschienen sind.

›Wenn der Onkel grün wird, dürfen wir gehen.‹ Ich erstarrte mitten in der Bewegung. Meine linke Fußspitze zeigte schon über die Bordsteinkante, aber natürlich traute ich mich keinen Zentimeter weiter. Und zwar aus zweierlei Gründen:  1. Wegen des Tonfalls, mit dem die Frau ›dürfen wir gehen‹ sagte. Sie hielt ein höchstens fünfjähriges Kind an der Hand und die Fußgängerampel war rot. Ich wäre doch beinahe bei Rot über die Ampel gegangen! Es war zwar weit und breit kein Auto zu sehen, aber wir sind in Trier. Und da gilt die Regel: ›Bei Rot stehen, bei Grün gehen‹, auch wenn der nächste Wagen, der hier vorbeikommt, gerade erst in Ehrang losfährt. Und 2.: ›Wenn der Onkel ...‹ Welcher Onkel? Die Mutter geht mit dem Kind an der Hand los. Ich schaue auf die grüne Ampel. Das Ampelmännchen hat einen langen Bart, trägt einen Gehrock und ein Buch unterm Arm ... und ich verstehe. Hätte die Mama gesagt: ›Solange der Marx rot ist, geht’s nicht weiter‹, hätte die Gefahr bestanden, dass das Kind fragt: ›Mama, wer ist denn Marx?‹ Oder noch schlimmer: ›Warum hat sich das Ampelmännchen nicht rasiert, ist das ein Hipster?‹

 

ISBN 978-3-95602-210-4
160 Seiten, Premium-Taschenbuch
15,00 Euro
 

 

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