Drei junge Schwesternschülerinnen treten zum Nachtdienst an.
Vorfreude und Anspannung wechseln sich ab. In einer Kneipe trinkt man lieber noch einen Schnaps
zur Beruhigung, dann kann die Arbeit losgehen:
Thérèse stammt aus bescheidenen Verhältnissen und kann die Ausbildung nur dank eines
Stipendiens absolvieren. Sie ist eifrig und voller naiv-gutmütiger Ideale. Am liebsten wäre sie die
gütige Wohltäterin, die im weißen Kittel durch die Krankenhausgänge schwebt.
Bald wird sie erfahren, dass sie vor allem starke Nerven, einen kühlen Kopf und ein dickes Fell
braucht.
Sylvie, schlagfertig und kess, muss einen Großteil ihrer Energie darauf verwenden, die
Annährungsversuche des Assistenzarztes Carré abzuwehren.
Aline findet ihren Beruf sterbenslangweilig und hat sich vorsorglich einen Roman mitgenommen.
In der Geburtenstation weigert sie sich beharrlich, die Geburt als größtes Wunder der Natur zu
sehen.
Während die drei Mittel und Wege finden, ihre Nacht im Krankenhaus zu meistern, findet draußen
ein Machtkampf statt: René Lecomte, König der Unterwelt, ein Kater mit sieben Leben, eine
lebende Legende, ist zurückgekehrt. Er hat eine Rechnung zu begleichen und lässt sich weder von
seinem feigen Assistenten Roger, noch von seiner Geliebten Maine davon abbringen, seinen
Schuldnern allein gegenüber zu treten. Doch René scheint sich überschätzt zu haben: Es fallen
Schüsse und im Schein eines Blitzes sieht der sich zu Tode gruselnde Roger Renés leblosen Körper.
Sogleich ruft er den Kampf um Renés Nachfolge aus.
Nur Maine glaubt nicht an Renés Tod, solange sie nicht seine Leiche gesehen hat. Lustvoll
beschreibt sie jede einzelne Narbe an seinem Körper, Verletzungen, die jeden anderen getötet
hätten, verflucht ihn gleichzeitig und genehmigt sich eine Flasche Champagner nach der anderen,
um sich vorsorglich doch schon mal an die Witwenrolle zu gewöhnen.
Die Unterwelt der starken Männer mit Knarre und Pokerface und die Welt der Kranken, die von
überwiegend weiblichem unterbezahltem Personal gepflegt werden, haben auf den ersten Blick
nicht viel miteinander zu tun. Doch Amila verwebt beide Geschichten geschickt miteinander und
zeigt die hierarchischen Strukturen auf, die sie miteinander gemein haben. Und manchmal kommt
es vor, dass die coolen Gestalten der Unterwelt ein Krankenhaus aufsuchen müssen, sodass
schließlich beide Welten aufeinander treffen.