Stefan Hüffner
Der Tote von Dresden
Saarbrücken. Direktor für Werkstoff-Forschung ist dieser "Tote von Dresden". Er kam aus dem Westen und leitet mit einem Team von Wessis ein Forschungs-institut. Er wird, am Kopf verletzt, tot in seinem Büro aufgefunden, und die Ermittlungen beginnen.
Der in Saarbrücken lebende Autor Stefan Hüfner ist Experimental-Physiker und hat mit 69 Jahren seinen ersten Krimi geschrieben. Das Buch lebt von seinem Milieu, von dem schwarz-weiß gezeichneten Gegensatz Ossi-Wessi, von den "kapitalistischen" Konkurrenzverhältnissen im Wissenschaftsbetrieb. Vorsätzlich bedient der Autor alle Klischees über diese Auseinandersetzung und vermeidet geflissentlich alle Zwischentöne. Im naturwissenschaftlichen Forschungsleben kennt sich der Autor aus, und man muss wohl befürchten, dass die Verhältnisse so sind. Im gesamt-innerdeutschen Verhältnis muss man das nicht - aber ein Krimi ist ja auch keine soziologische Feldstudie. Immerhin schrecken die aufgemachten Rechnungen den Leser so ab, dass er ähnliche Regungen aus Selbstachtung in sich unterdrücken wird. Kein schlechter Effekt für ein schmales Buch - aber ob er auch gewollt war?
(hal)
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