Stephan Valentin Böhnlein
Am Saum zwischen Nacht und Tag
Gedichte
"Morgendämmerung
Am Saum zwischen Nacht und Tag
Auf einmal: der Hahn"
Stephan Valentin Böhnlein hat Sekunden des Alltags durch Sprache gebannt und festgehalten. Das Ausschalten der Zeit lässt einen neuen Zugang über die Lyrik entstehen. Die kurzen, prägnanten Texte im Stil japanischer Haiku und die abgedruckten Photographien führen uns Leben als Erfahrung des Neuen im Bekannten vor.
"Die Zeit, die Stille und die Ruhe
Am Scheitelpunkt zwischen Beobachtung und Empfindung, am Übergang zwischen einer Wahrnehmung zur nächsten stehen Stephan Valentin Böhnleins Gedichte. Unentwegt die Zeit, Stille, Ruhe, Vergänglichkeit thematisierend, packen sie Spannung und Aussage auf kleinsten Raum. Facetten von Jahreszeiten, Wetter, Tierbeobachtungen greift er auf, Naturlyrik, in der der Mensch nur als Beobachtender vorkommt. Dann doch noch Menschen, Fremde, die Geliebte, eingefangen in Bruchstücken, ihr Lachen, ihre Stimme. Zwei unterschiedliche Zyklen, die unmerklich miteinander verschmelzen. Seine Lyrik spürt im Versmaß der Qualität von Ruhe nach, in Metren gepackte Sekundeneindrücke, Gefühlswallungen und Gedankenflüge bilden kleine Inseln aus nadelfeinen Worten, mit Stille spielend."
Ruth Rousselange, Saarbrücker Zeitung vom 27.06.2005