Rezensionen zu "Verwandte auf dem Mars"
- "Ein so leicht geschriebenes Buch, einen so schlichten Ton findet man selten in der deutschen Literatur. Und so beiläufig dieses Buch daherkommt, hinterlässt es doch eine angenehme Schwere. Die Geschichten enden überraschend, haben einen Hintersinn, der deutlich, aber auch deutlich ohne moralischen Zeigefinger daherkommt. Selbst Themen wie das Dritte Reich oder ein durch fanatische Religiosität motivierter Mord werden so geschildert, dass der Leser nicht zu einer bestimmten Meinung gedrängt wird. Hier schafft Imbsweiler durch eine gute Charakterisierung seiner Figuren mehr als jedes feingeschliffen-korrekte Bekenntnis leisten kann.
Nach zwei guten Kriminalromanen und einer brillanten politischen Satire überrascht Imbsweiler einmal mehr durch seine Wandlungsfähigkeit. Scheinbar selbstverständlich springt er in ein neues Genre, ohne einen Quant Qualität einzubüßen. Er ist leiser, die Ironie verhaltener als in den anderen Büchern, aber genauso unterhaltsam.
Dieses Buch jedenfalls gehört ohne Zweifel zu den ganz großen deutschen Kurzgeschichtensammlungen des letzten Jahrzehnts.
Frederik Weitz im Januar 2009 auf www.media-mania.de
- " [...] Marcus Imbsweilers Buch Verwandte auf dem Mars lese ich mittlerweile zum zweiten Mal. Imbsweilers Buch enthält vierzehn Kurzgeschichten, die sich neben dem berühmten Kurzgeschichtenband von Judith Hermann, "Sommerhaus, später", nicht zu verstecken brauchen, ebenso nicht neben den Geschichten von Joyce Carol Oates oder Haruki Murakami. Aber all das ist nebensächlich. Hauptsache ist, dass diese Geschichten amüsant, tragisch, spannend sind, dass sie liebevoll Schlaglichter auf Menschen werfen, dass sie nachdenklich machen, dass sie in leichtem Ton erzählt sind und trotzdem eine gewisse, angenehme Schwere verbreiten. Und beim zweiten Lesen genauso jung, genauso gut sind."
Frederik Weitz in seinem Blog "Dschungelwelt"
- "[...] In seinem 1. Erzählband wird zwar nicht ermittelt, aber der Humor und die Leichtigkeit der Darstellung sind unverändert. In 14 Geschichten porträtiert der Ich-Erzähler jeweils ein Mitglied seiner tendenziell skurril-eigenbrötlerischen Familie. Das alles geschieht auf nachsichtige und menschenfreundliche Weise und immer mit feinem Humor. Die Erzählweise ist sehr konventionell, mit klassischem Aufbau und "Pointe" am Schluss, genau so also, wie man sich gemeinhin "gute" Geschichte vorstellt. Wäre die Vokabel nicht so in Verruf gekommen, könnte man guten Gewissens sagen: Es handelt sich hier um gute Unterhaltungsliteratur. So müsste man vielleicht sagen: Wer sich kurzweilig und auf gewissem Niveau unterhalten möchte, liegt bei diesem Buch genau richtig.
Christian Eidloth, ekz-Informationsdienst, Jamuar 2009.
- "[...] Sprachlich herausragend, plastisch, authentisch und distanziert nüchtern [...]"
20cent Saar vom 13.10.2008
- "Marcus Imbsweiler schreibt sprachlich souverän und mit feinem Humor. [...] Ein lesenswertes, schönes Buch."
Mark-Christian von Busse in der Hessischen/ Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) vom 06.09.2008.
- "[...] was genügend Stoff für ganze Familien-Sagas bietet, verpackt Imbsweiler in 14 kleine, leichtfüßige Geschichten, mit denen er den Leser in die Familienbande aufnimmt. [...] Dass die Verwandten "auf dem Mars" und nicht "vom Mars" sind, unterstreicht den distanzierten und doch genauen Blick des Autors auf die Onkel, Tanten, Eltern und Geschwister. [...] Oft mit zwinkerndem bis aalglattem Humor, wie wir ihn auch schon aus seinen Krimis kennen, zumeist aber mit nachdenklicher Zurückhaltung. [...] Dabei bleibt der moralische Zeigefinger in der Hosentasche. [...] Die Geschichten aus "Verwandte auf dem Mars" bieten Dank ihrer pointierten Kürze Lesegenuss für zwischendurch."
Magdalena Tonner in der Rhein-Neckar-Zeitung, 19.07.2008