Rezensionen zu "Robert Leonardy: Ein Leben für ... die Musik"

  • "Ein 'Trommler' gegen die Provinzialität"
    Robert Leonardy wünscht sich, dass Kinder und Jugendliche mehr mit Klassik in Kontakt kommen, und er ist entsetzt darüber, dass Jugendsender wie „Unser Ding“ es überhaupt nicht wagen, auch nur eine Minute klassische Musik zu senden... mehr (Artikel auf www.magazin-tast.de, Beitrag von Chris Wroblewski, 'Magazin' und 'Buchtipp')
  • Eigentümlich genug: Je bekannter jemand wird, desto mehr will man von ihm wissen. Dann schlägt die Stunde des Biographen. Wobei man über Robert Leonardy vieles schon zu wissen glaubte. Wie kein zweiter ist er als Künstler, als Festivalchef hier zu Lande eine öffentliche Person. Wo der 70-jährige hinkommt, hat er seinen Auftritt. Ein Macher, ein Einmischer. Unübersehbar schon dank seiner Löwenmähne. Eigenwillig ist er oft, aber als Pianist auch verletzlich, gleichwohl er stets mit bravouröser Technik glänzt. Aber er ist genauso einer, der kämpft. Für sein Festival vor allem.
    1989 hat er die Musikfestspiele Saar gemeinsam mit seiner Frau Inge quasi aus dem Nichts erschaffen. Mittlerweile sind sie eine Marke und ein Kleinstunternehmen; Giganten der Klassik und auch des Pop haben die Leonardys ins Land gebracht. Für die Menschen hier holen die Leonardys verlässlich alle zwei Jahre Höchstkultur ins Lande. Und Robert Leonardy ist im Einwerben von Sponsorenmitteln fast noch virtuoser denn als Pianist. Und er kennt auch keine Scheu Staatschefs wie Wladimir Putin anzusprechen, wenn es seinem Festival und damit auch dem Saarland nutzt.
    Gründe mehr als genug also für die St. Ingberter Journalistin Barbara Hartmann dieses reiche Leben zu notieren: Wie aus dem Bergmannssohn ein gefragter Pianist, ein Professor an der hiesigen Musikhochschule und Chef der Musikfestspiele Saar werden konnte. Und manches, was man von Robert Leonardy so vielleicht noch nicht wusste, hat Hartmann, von Hause aus Diplom-Kauffrau, zu Tage gefördert. Dass er etwa in sehr jungen Jahren, Ende der 50er, einige Sommer in Cap d´Ail verbrachte, in einem Kreis um den großen französischen Maler und Regisseur Jean Cocteau: Der Saarländer unterhielt mit seinem Klavierspiel Cocteaus Gäste an der Cote d´azur. Auch die erfrischend offenen Einsichten ins Privatleben der Leonardys lesen sich vergnüglich. Und fraglos ist es auch ein verdienst, dass Hartmann Leonardy nicht als den Solisten am Klavier und im Leben skizziert, sondern auch die Leistung seiner Frau würdigt. […] Auch der Beschriebene wird sie gerne lesen. "
    Oliver Schwambach in der Saarbrücker Zeitung, 28. April 2010