Rezensionen zu "Motus!"

  • "Amila [gelingen] opulente Szenen, vor allem im Zusammenspiel Dédés und seiner Frau Jacqueline, die sich zwischen Sehnsucht und Ablehnung umkreisen und am Ende vielleicht eine kleine Chance auf eine gemeinsame Zukunft erhalten. [...]
    Amila gelingt es, diesen zaghaften Kampf inmitten eines weit größeren Getümmels keineswegs untergehen zu lassen, sondern all die Ressentiments und verzweifelten Bemühungen beider Ehepartner glaubhaft darzustellen. [...]
    Motus!, dessen selbstsichere und sich um Konventionen wenig scherende Attitüde, am Rande von Wahn und Wahnsinn, wie ein früher Vorläufer von Twin Peaks wirkt, findet zwischen Jim Thompson, Joseph Conrad und Emile Zola im Vollrausch eine unbehauene, aber eindrucksvolle Nische. Dem rührigen Conte Verlag ist es zu verdanken, dass auch dieses mit Schwächen behaftete und dennoch ergötzliche Frühwerk Jean Amilas zurecht seine deutsche Veröffentlichung erlebt."
    Jochen König auf www.krimicouch.de
  • "Jean Amila schreibt auch mit "Motus!" nicht nur einen hochklassigen Kriminalroman. Er nimmt den Leser mit in eine raue Arbeitswelt, die heute in dieser Form nicht mehr existiert. Amila blickt in die Köpfe der sturen und wortkargen Männer an der Schleuse und liefert einen hervorragenden Milieukrimi - packend und authentisch."
    Thomas Przybilka auf www.alligatorpapiere.de
  • "Motus! erschien im Original 1953, ist also ein früher Amila-Roman. Jean Amila schreibt munter drauflos, wechselt die Stimmungen und die Charaktere seiner Personen. Hervorragend trifft er die lokale Atmosphäre bei den Schleusern."
    Herbert Huber auf www.lesekost.de
  • "[...] Wie sich das auf engem Raum abspielt, das hat etwas Klaustrophobisches. Wir kommen aus unserer engen Welt nicht heraus, wir dürfen die anderen hier nicht auch noch einmarschieren lassen: diese Angst und diesen Groll der Malocher bewahrt Amila in einer spannenden Geschichte auf."
    Thomas Klingenmaier in der Stuttgarter Zeitung, 12.12.2008
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  • "[...] Die kalte Verklemmtheit der Jaqueline Lenoir, das verzweiflungsvolle Wegwollen und doch nicht -können ihres gedemütigten Mannes, das beißende Von-oben-Herab des Bruders Gregoire und die Schlichtheit der vielen kleinen Leute an der und um die Schleuse, die um das Wenige, das sie haben, verzweifelt kämpfen - das ist schon packend, nicht ohne Humor und mit sehr viel menschlichem Mitgefühl beschrieben. Und letzten Endes auch durchaus eingedenk der Absurditäten eines Daseins, die das Fassungsvermögen des Einzelnen leicht übersteigen können, wie es an einer Stelle einmal heißt."
    Dietmar Jacobsen auf www.text-und-web.de, Dezember 2008.
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  • "Was Amila da auf 174 Seiten an Handlungssträngen aufnimmt, ist beachtenswert. [...] Das reicht von Spionageverdächtigungen über Behinderung gewerkschaftlicher Organisation bis hin zu Platzhirschkämpfen in der Befehlshierarchie der Staatsmacht, alles fein und gekonnt beobachtet. [...]  Amila zeigt Gespür für menschliche Beziehungen, speziell zwischen den Geschlechtern, für die feinen Nuancen und Zwischentöne, die er benutzt, um seine Figuren um- und anzutreiben. Gerade die Distanz in der Ehe zwischen Dédé und seiner Frau – sie siezt ihn übrigens vorwiegend – sorgt für zunehmende Spannung, je tiefer beide in den Sog der katastrophalen Ereignisse hineingeraten. Da wird bereits deutlich spürbar, dass sich jemand anschickt, ein Großer zu werden."
    Beate Mainka im titel-Magazin, 29. November 2008.