Rezensionen zu "Die Weltvernichtungsmaschine"

  • "[...]  Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die die Krise besser verstehen wollen."
    Lothar Galow-Bergemann, Streifzüge 47/2009, 28 Dez 2009
  • "Der Autor gilt als Experte für das Geschehen an den Finanzmärkten und als 'linker Volkswirtschaftler'. [...] Das alles wird bis in die diversen 'Finanzmarktprodukte' sachkundig und verständlich vorgestellt – und Frank weiß auch um internationale Defizitkreisläufe, um die Wirkungen von Geldentwertung, kreditfinanzierten Scheinkonjunkturen und die Folgen des Zerplatzens der Blasen am Himmel der Warenwelt. [...] Die ganze Welt ein einziges Spielkasino. Und die Spieler richten in exponentieller Kurve immer größeres Unheil an. [...] Der detailgetreu geschilderte Irrsinn aus Jahrhunderten ist quasi selbsterklärend – und die Verrücktheit der vielen großen und kleinen Spieler und die Unwilligkeit oder Unfähigkeit der Politiker, anständige Spielregeln zu schaffen, müssen entweder das Spielkasino in die Luft jagen – oder eben immer neue und größere errichten. Stefan Frank kommt als hellsichtiger Beobachter und Kritiker der Finanzblasenökonomie des Wegs – er bildet sie faktenreich in ihren Mechanismen, Folgen und ihrer inneren Zwangslogik ab."
    Uwe Stelbrink auf www.exit-online.org
  • "Texte, die sich mit den Hintergründen der Wirtschaftskrise befassen, werden oft als extrem theoretisch und trocken empfunden. Wer sich nach konkreten Anschauungsmaterial seht und noch dazu Spaß beim Lesen haben will, dem sei hier der besprochene Band wärmstens empfohlen. Nicht dass Stefan Franks Text über die Hintergründe der Wirtschaftskrise die theoretische Auseinandersetzung mit Warenproduktion und Krise ersetzen würde. Aber er bietet einen Zugang zur vertieften Auseinandersetzung mit den Wurzeln der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Autor beweist, dass man sich mit Geschichte und Verlauf der Krise befassen kann, ohne auch nur einmal über 'Heuschrecken' und 'gierige Spekulanten' als den vermeintlichen Verursachern des Übels herziehen zu müssen.
    Frank gibt einen Überblick über Crashs und Booms der letzten hundert Jahre, zeichnet eine kurze Geschichte des Geldes, das spätestens seit der Aufhebung der Golddeckung im Jahre 1971 zur reinen Glaubenssache geworden ist und führt in die Tricks und Instrumente der neuestens Finanzalchemie ein. Wer immer wieder Bahnhof versteht, wenn von Credit Default Swaps, relative value trading und Balance-Sheet-CDOs die Rede ist, dasrf reichlich Nachhilfeunterricht erwarten.
    Er schildert die Verrücktheit eines Systems, in dem Millionen Phantasten von der wundersamen Geldvermehrung mittels finanzmarktakrobatischer Verrenkungen träumen, während an ihrer Spitze ein Notenbankpräsident hantiert, der bekennt, mehr seiner Magengrube als seinem Kopf zu vertrauen. Eines Systems, dessen 'Fachleute' sich regelmäßig mit ihren Prognosen blamieren, die schon morgen wieder Makulatur sind. Wenn Banken und Unternehmen ihre Verluste von einem auf den anderen Tag als fünfmal höher 'neubewerten', dann kann das nur heißen, dass sie entweder die vier Grundrechenarten nicht beherrschen oder schlicht und ergreifend keinen blassen Schimmer mehr davon haben, was eigentlich im eigenen Laden los ist. 'Hoffen wir, dass wir alle reich und im Ruhestand sind, wenn dieses Kartenhaus zusammenbricht' zitiert Frank einen Rating-Analysten. Ein Prinzip Hoffnung, von dem sich die Menschheit besser heute als morgen verabschieden sollte.
    Gegen Ende des Buches spricht der Autor klar und unmissverständlich die nicht etwa in Personen, sondern im kapitalistischen System selbst liegenden Ursachen der Krise an. Auch wendet er sich gegen die grassierende Illusion vom Staat als dem guten Retter in der Not und gegen den Keynesianismus, dem er rundweg en 'Glauben an Zauberei' bescheinigt: Wenn eine staatliche Intervention überhaupt noch einmal erfolgreich sein könne, dann 'nur durch eine noch größere Spekulations- und Schuldenblase, die zu einer noch gewaltigeren Krise in der Zukunft führen würde und zum Preis einer Geldentwertung und eines drohenden Staatsbankrotts.'"
    Lothar Galow-Bergemann in: Contraste – Monatszeitung für Selbstorganisation, Dezember 2009
  • "Einen gewissen Hang zur Theatralik kann man Stefan Frank nicht absprechen. Den Titel seines Buches 'Die Weltvernichtungsmaschine'  hat er aus Stanley Kubricks 'Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben' entliehen. Mitten im Buch zitiert der Autor, der gelegentlich auch für den Rheinischen Merkur zur Feder greift, dann plötzlich aus Goethes 'Faust, der Tragödie erster Teil'.
    Trotz mancher Exkursionen in die Weltliteratur aber driftet Frank nicht in die Welt des Absurden oder gar der Mythen ab. Im Gegenteil. Durch sein Buch, das die Ursachen der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise beleuchtet, zieht sich ein roter Faden. Frank sucht und findet Analogien zwischen aktueller Krise und historischen Desastern. Glücklicherweise wiederholt Frank dabei nicht den Fehler vieler Autoren, die ihre Leser mit den Details der Finanzindustrie langweilen. Produktinnovationen wie Credit Default Swaps sind dem Autor nur ein paar Randnotizen wert. Ausführlich rekurriert Frank auf die fehlgeleitete Geldpolitik vor allem unter dem langjährigen Notenbankchef Alan Greenspan.
    Ganz Goethe und ganz Kubrick, verzichtet Frank natürlich auch auf ein Happy End. Er schließt seine Krisenreplik mit einem entmutigendem Finale, in dem er mit dem Kreditgewerbe seit John Law abrechnet."
    Rheinischer Merkur Nr. 48, 26. November 2009
  • "[...] Der Politikwissenschaftler und Publizist Stefan Frank treibt in seinem Buch "Die Weltvernichtungsmaschine" die Vorstellung, falsche Politik habe den großen Schlamassel verursacht, geradezu auf die Spitze. Allen voran Alan Greenspan soll es gewesen sein, der mit ständigen Zinssenkungen die Kreditexpansion und damit die Immobilienblase begünstigt habe, deren Platzen die jüngste Weltwirtschaftskrise eröffnete. Der sachkundige Autor brüstet sich damit, bereits 2002 über den sich ankündigenden Banken- und Immobiliencrash geschrieben zu haben. [...]"
    Taz, 14.10.2009
  • "Wenn der regelmäßige Kolumnist der im Selbstverständnis 'einzigen linken Publikumszeitschrift Deutschlands' die Finanz- und Wirtschaftskrise kommentiert, kann der geneigte Interessent eigentlich nur eine Scheinkapitalismusschelte aus der marxistisch-keynesianischen Retorte erwarten. Diese Erwartung enttäuscht der 'Konkret'-Autor Stefan Frank herb. Sein Werk ist eine herrlich pointierte ökonomische Frischzellenkur rund um die finanzwirtschaftlichen Absurditäten der letzten Dekaden und ihrer aktuellen Implosionsphase. Nach einem Streifzug durch 100 Jahre Immobilienkrisen durchläuft der Autor im Zeitraffer die letzte Boom- und Bustphase am amerikanischen Immobilienmarkt im Spiegel der amtlichen Verlautbarungen ihrer Hauptprotagonisten. Nach dieser atemberaubenden Groteske widmet er sich zwei notwendigen Voraussetzungen, der in der Entdinglichung des Geldes mündenden monetären Entwicklungsgeschichte und der öffentlich geförderten Selbstverriegelung der Ratingoligopolisten. Mit erfrischendem Zynismus karikiert Frank zum Abschluss das peinliche Gebaren
    der beweihräucherten Krisenmanager, indem er ihre Maßnahmen in einer herrlichen historischen Analogie auf den holländischen Tulpenwahn des 17. Jahrhunderts überträgt. Sein Fazit: 'Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass der jahrelange Boom das eigentliche Problem war.' Ein Boom, geschaffen aus dem politischen Befehl zur Blasenbildung mittels expansiver Geldpolitik, das Resultat einer unglückseligen Melange aus Finanztechnikern und Machthabern, wenn 'big banks' und 'big politics' sich die Hand reichen. Hieran erinnert auch der Buchtitel, knüpft er doch an jene gleichnamige Apparatur aus Stanley Kubricks Filmklassiker 'Dr. Seltsam' von 1964 an, die im Zusammenwirken von der Realität entrückten Ingenieuren und Politikern eine Mutual-Assured-Destruction-Strategie verwirklichen soll. Wer darüber hinaus wissen will, was Alan Greenspan mit Homer Simpson, David Bowie mit 'Asset Backed Securities' und Rockkonzerte mit Bankennothilfe zu tun haben, findet im vorliegenden Werk ein gut recherchiertes und unterhaltsam aufbereitetes Stück Zeitgeschichte."
    Luis Pazos in eigentümlich frei, November 2009
  • Interviewauszug:
    tagesschau.de:
    Jetzt wird viel Geld in die Hand genommen, um die Krise zu bewältigen. Wie bewerten Sie dieses Konzept?
    Frank:
    Die Regierungen sollten aufhören, Geld nutzlos zu verpulvern. Die Krise der Wirtschaft besteht darin, dass sie sich an neue Bedingungen anpassen muss. Die Zeit der "Bubble-Economy" ist vorbei, von nun an wird die Nachfrage sich wieder an den tatsächlich vorhandenen Ersparnissen ausrichten müssen statt an einer immer weiter wachsenden Verschuldung der Konsumenten. Dieser Anpassungsprozess wird durch Maßnahmen wie die Abwrackprämie verlangsamt: Ihr Ziel ist es ja, Verbraucher durch den Kauf eines Autos in Schulden zu treiben. Und durch die Verschrottung fahrtüchtiger Autos wird Wohlstand vernichtet, nicht geschaffen.
    Stefan Frank im Interview mit Patrick Gensing, www.tagesschau.de

  • "[...] Mit einer bemerkenswerten Recherche-Leistung skizziert Frank, wie sich [...] Einzelstimmen zu einem neoliberalen Meinungsbollwerk zusammenfinden. ein eigenes Licht als Prognostiker stellt Frank dabei nicht unter den Scheffel: Bereits seit 2002 kommentiert er treffend die fragile Situation am US-Hypothekenmarkt und der sich zuspitzenden Situation an den Finanz- und Kreditmärkten. Das hat anscheinend selbst die 'FAZ' so beeindruckt, dass sie sein Buch zur Lektüre empfiehlt. Und tatsächlich beherrscht Frank die eloquente Reduktion von Komplexität. Die Hintergründe der 'modernen Finanzalchemie' und den Weg 'von der Goldmünze zum synthetischen CDO' erklärt er leichtfüßig und mit feiner Ironie. Was erhellt, ist dennoch nicht heiter: 'Es ist ein Irrtum zu glauben, was Lehmann Brothers widerfahren ist, könne nicht auch einem Staat passieren. Man wirft Banken vor, sie hätten Risiken übernommen, die ihre Finanzkraft weit übersteigt – und nun machen die Staaten genau das Gleiche.' Dass in der Londoner City die Laune wieder steigt, alte Kräfte gebündelt und gegen etwaige äußere Einflussnahmen in Stellung gebracht werden, zeigt an, wohin die Reise geht."
    Laslo Scholtze auf www.literaturkritik.de, 01.10.2009

  • "Die Flut an neuen Büchern zur Wirtschaftskrise will nicht abreißen. Das Erfreuliche daran: Das Interesse der Öffentlichkeit an Erklärungen ist ungebrochen hoch [...] Nun nimmt uns der deutsche Journalist Stefan Frank mit in eine Welt, wo systemrelevante Banken den Staat erpressen können und Notenbanker Alan Greenspan ungebremst teils hanebüchene Prognosen machen konnte. Der Buchautor blickt immer wieder in die Geschichte zurück und macht damit deutlich, dass die Fähigkeit, aus vergangenen Fehlern zu lernen, sehr gering ist. So schildert Frank etwa die Vorläufer des Immobilienbooms, der die Krise mit ausgelöst hat. Beim «Florida-Boom» 1925 wurden selbst «sumpfige Gegenden» ohne Straßen, Strom- und Wasserzuleitungen zu Höchstpreisen gehandelt. Zu den vergnüglichen Teilen des Buchs gehören die Ausführungen zum «Skyscraper-Index». Danach soll es in den letzten 100 Jahren einen auffälligen Zusammenhang zwischen dem Bau von Wolkenkratzern und Finanz- und Wirtschaftskrisen geben. Das liegt selbstredend nicht an den Wolkenkratzern, sondern daran, dass in den Endphasen eines Booms Kredite «reichlich und billig» verfügbar sind. Wer im Buch ausgefeilte Ratschläge sucht, wie der Krise begegnet werden könnte, wird nicht fündig."
    Tages-Anzeiger Zürich, 21. September 2009
  • "Schon der Titel des Buches, eine Anspielung auf den Film „Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben”, verrät, wie der Autor Stefan Frank sein durchaus ernstes Thema anzugehen gedenkt: auf humorvolle, mitunter sarkastische Art. [...] Der Autor, ein politikwissenschaftlich geschulter Journalist, greift immer wieder in die Finanz- und Wirtschaftsgeschichte zurück, um die gegenwärtigen Probleme begreifbar zu machen. [...] Zu den Kabinettstücken des Buches zählen das Kapitel über den „Greenspan-Boom” und die „Chronik der Furchtlosigkeit”. In beiden Fällen genügt eine Aneinanderreihung der teils hanebüchenen, teils innerhalb weniger Tage oder Wochen überholten Prognosen, um den Mythos des ehemaligen amerikanischen Notenbankchefs Alan Greenspan endgültig zu zertrümmern und die Ahnungslosigkeit oder Fahrlässigkeit mancher Kommentatoren und Politiker zu entlarven.  [...] Alles in allem ist Stefan Frank eine amüsante und lehrreiche Analyse der Krise gelungen. Als besonderer Vorzug sei erwähnt, dass er dabei ganz ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Ausgefeilte Ratschläge, wie der Krise begegnet werden könnte, gibt er nicht. Grundsätzlich gelöst werden könne das Problem nur dadurch, dass „Schulden und Spekulationen auf ein Gewicht reduziert werden, das die Wirtschaft tragen kann”, so seine etwas fatalistische Diagnose. Das Wissen um die Abgründe des Finanzsystems und die Risiken vieler dubioser „Finanzinstrumente”, das er bietet, könnte dazu beitragen, deren kritisches Bewusstsein zu schärfen."
    Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung, 12./13.09.2009
  • "Verständlich formuliertes Sachbuch über die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die der Autor bereits im Jahr 2002 heraufziehen sah. Er schildert die Ursachen von Spekulationsblasen und die zerstörerische Kraft der neu entstehenden 'entfesselten' Finanzinstrumente. Fazit: Die nächste Blase und der nächste Crash kommen bestimmt. Abhilfe schaffen könnten allein schärfere staatliche Kontrollen."
    Vorsorgetipps konkret!, August 2009
  • "So unterhaltsam wie klug: Stefan Frank knöpft sich Wirtschaftsweise und Journalisten vor und erzählt vom Kreditboom und dessen Folgen. [...] Stefan Frank hat tatsächlich früher gewarnt als andere. 'Wird es bald auch in den USA Fersehbilder weinender Bankdirektoren geben, wie in den Neunziger Jahren in Japan?', fragte der Wirtschaftsjournalist bereits Mitte 2002 in der Zeitschrift konkret. Und weiter: 'Der seit Jahresbeginn stark steigende Goldpreis zeigt, dass sich einige große Kapitale bereits zum Notausgang bewegen. Dort könnte bald ein großes Gedränge entstehen.' So kam es dann, einige Jahre später. In seinem nun erschienenen Buch 'Die Weltvernichtungsmaschine' spart er nicht mit Häme gegen jene, die weniger misstrauisch waren. Lesenswert ist Franks Krisengeschichte dennoch. Nicht, weil sie im Wesentlichen etwas anderes erzählte als die vielfach beschriebene. Sondern weil Frank sie witziger und prägnanter erzählt als manch anderer Autor. Und weil er dafür weniger als 200 luftige Seiten braucht. [...] Frank beschreibt eindrücklich, wie sich die Kreditblase aufblähte. Wie alle mitspielten oder die Augen verschlossen: die Journalisten, die Phrasen droschen und sich am Aufschwung berauschten. Die Börsenfachleute, die zum Kauf von Aktien rieten, als die Krise längst da war. Der deutsche Finanzminister, der vom 'Gespenst der Rezession' sprach, als sich die Weltwirtschaft rapide verlangsamte.
    Zuletzt knöpft Frank sich den früheren Chef der Fed, Alan Greenspan, vor. Dessen Bewunderer waren zahlreich, obwohl dieser – so sieht es der Autor – wirklich 'immer falsch' gelegen habe. Verlassen habe Greenspan sich stets auf 'die Magengrube, im Straßenverkehr wie in der Zinspolitik. Dass Greenspans Reden stets sinnlos und unverständlich waren, ist auch seinen Bewunderern nicht verborgen geblieben. Doch sie hielten es für ein Zeichen von Weisheit.' Die starken Thesen machen das Buch unterhaltsam. Und doch bleibt Frank Antworten schuldig. So vertritt er am Ende die Ansicht, die jetzige Krisenpolitik rette das, was fallen muss – in Wahrheit sei der Finanzsektor insolvent. In Wahrheit müsse das System aus Schulden und Spekulation sich gesundschrumpfen, auf ein Maß, 'das die Wirtschaft tragen kann'.
    Daran mag Wahres sein. Aber man würde gerne wissen, was das konkret bedeuten würde. Darauf gibt Frank keine Antwort. Hätte die Politik nach der Investmentbank Lehman Brothers weitere Banken zur Hölle schicken sollen? Was wäre passiert, hätte die deutsche Regierung die Skandalbank Hypo Real Estate fallen gelassen und den Steuerzahler geschont? An dieser Stelle endet Franks kluges Buch, das uns leider auch nicht sagen kann, wie wir alle noch zu retten sind."
    Philip Faigle, Zeit online, 06.08.2009 (pdf), auf www.zeit.de
  • "Autor Stefan Frank zeigt, was Stanley Kubricks Kriegs-Satire mit der aktuellen Wirtschaftskrise zu tun hat. [...]:
    'Die Banken drohen dem Staat: Wenn wir kein Geld mehr kriegen, fliegt alles in die Luft. [...] Sie seien 'systemrelevant'. Wie wird man systemrelevant? Sich sehr viel Geld zu leihen und es in hochriskante Papiere zu investieren, ist ein guter Anfang. Geht die Spekulation gut, machen die Spieler Riesengewinne. Geht sie schief, kommen die Steuerzahler für die Verluste auf.'"
    Stefan Frank im Gespräch mit der SZ, 24.07.2009
  • "[Frank] zeichnet material- und kenntnisreich die Ursachen der Finanzkrise nach, mit besonderem Schwerpunkt auf die Geschichte des Geldes und der mit ihm von Anfang an verbundenen Krisenhaftigkeit. [...] Sein Hauptaugenmerk legt Frank auf die Immobilienblase und die vielen aberwitzigen Finanzinstrumente der letzten Dekade. Ihm gelingt das Kunststück, die innere Logik von durch und durch irrationalen Unternehmungen wie etwa Rating-Agenturen herauszuarbeiten. [...] Es macht über weite Stellen Spaß, dieses Buch zu lesen. Das lässt sich wahrlich nicht von vielen Publikationen zur Kritik der Ökonomie sagen. [...]"
    Christian Stock in iz3w, Juli/Aug. 2009
  • "[...] Stefan Frank sieht in der Finanzwirtschaft seit den 1970er Jahren Finanz-Alchemisten am Werk, die glauben, ein Perpetuum Mobile entdeckt zu haben, das sich jedoch als Selbstvernichtungswaffe (Weltvernichtungsmaschine) mit ungeheurer Zerstörungskraft herausstellt. Der Teil des Buches, der die “Finanzinnovationen” erklärt, den “Buchstabensalat” (W. Münchau, Financial Times Deutschland) aus CDS, CDOs, MBS etc. pp, ist am stärksten. Das gut und amüsant geschriebene Buch macht es eben auch leicht, die komplizierten Konstruktionen der Bankenwelt zu verstehen.  In einem [...] Kapitel erzählt Frank drei Geschichten von Immobilienkrisen (Floridaboom 1925, US-Immobilienkrise 1971-73, Japan-Boom) um dann bei seiner sich durch das Buch ziehenden Erklärung für Krisen zu gelangen: Zu viel Geld = Krise. Damit ist auch klar, warum Alan Greenspan ein eigenes Kapitel gegeben wird und immer wieder an zentraler Stelle auftaucht – schließlich ist er für das zu billige und zu viele Geld verantwortlich. [...] [Franks] süffisant-defätistische Art ist nicht nur “nett” zu lesen sondern hat auch was, was den neoliberalen Bourgeois freut: Durch niedrigere Zinsen und staatlichen Support können unrentable Unternehmen nicht gerettet werden. Deren Pleite werde eben nur verzögert, so Frank. Ein aufrechter Neoklassiker würde nur bei der Behauptung widersprechen, dass Krisen, wie Minsky  meint, nun mal zum Kapitalismus dazugehören."
    Ingo Stützle in seinem Blog "Aufgeblättert", 02.07.2009
  • "Stefan Frank ist einer der klügsten Mitarbeiter der linksradikalen Zeitschrift „konkret“. Doch sein Buch liest sich wie die Artikelserie aus einer ordoliberalen Wirtschaftszeitung. Franks lakonischer Humor muss den Tatsachen der Wirtschaftskrise wenig hinzufügen, um den Leser zu erheitern. Die ersten Kapitel seiner Analyse beschreiben den Zyklus von Aufschwung und Pleite anhand historischer Immobilienkrisen. Dann zeichnet Frank die Chronik der aktuellen Ereignisse nach: von ersten Berichten über gehäufte Zahlungsausfälle bei amerikanischen Hypotheken bis zur Weigerung des deutschen Finanzministers im August 2008, die Schwere der Probleme einzugestehen.
    REITs, CDS und CDOs - Frank macht die Finanzinstrumente verständlich, die den Aufschwung der vergangenen Jahrzehnte ermöglichten und den Niedergang ausgelöst haben, von Futures auf Devisen, Aktien, Anleihen oder sogar auf Zinssätze und Indizes über Schrott-Anleihen, REITs, Asset Backed Securities, Kreditausfall-Versicherungen (CDS), das Bündeln von Anleihen und ihr Strukturieren in Risikoklassen (CDOs) bis zu synthetischen Anleihen. Die Namen dieser Spielarten des Risikomanagements und der Spekulation klingen exotisch. Frank schildert, warum diese Instrumente entstanden sind und wie sie funktionieren – nicht ohne Bewunderung für den Erfindungsreichtum der Finanzingenieure. Das Verhältnis von Informationsertrag und Lektüreaufwand ist für den Leser sehr günstig.
    Minsky plus Marx - Franks Erklärung des kreditgetriebenen Aufschwungs und Niedergangs der Finanzmärkte folgt der Krisentheorie von Hyman Minsky. Vom Marxismus übernimmt Frank die mit Minsky geteilte Überzeugung, dass Krisen der kapitalistischen Kreditdynamik nicht äußerlich, sondern wesentlich seien.
    'Eine Rezession beseitigt die Fehler des Booms.' Dieser Satz soll den Unsinn der Rettungspakete und Konjunkturprogramme entlarven. Auch Staaten können sich an Schulden überheben. Frank fordert deshalb die Mobilisierung privater Spender, etwa durch „Benefizkonzerte mit Herbert Grönemeyer, BAP und Peter Maffay“. Solche Ironie ist natürlich nicht der erwartete „linke“ Debattenbeitrag zur Zukunft des Kapitalismus. Warum auch? Gegen den Kapitalismus treten heute ohnehin die konservativen Sozialrevolutionäre in den Regierungen und ihre Wirtschaftsfachleute an."
    Christoph Albrecht in der FAZ, siehe www.faz.net, 25.06.2009
  • "Die Aktienkurse steigen, die Konsumlaune ist weiterhin gut, da und dort lassen Experten verlauten, das Schlimmste sei bereits überstanden. Die Optimisten haben wieder Konjunktur. Kann man ihnen trauen? ‚Nein’, wird wohl jeder sagen, der das jüngst im Saarbrücker Conte-Verlag erschienene Buch ‚Die Weltvernichtungsmaschine’ gelesen hat. Darin rechnet der Hamburger Politikwissenschaftler Stefan Frank in süffisantem Ton mit Finanzalchimisten, Notenbankern und Politikern ab, die jeweils auf ihre Weise die gigantische Blase nährten, deren Platzen zur jetzigen Wirtschaftskrise führte."
    Saarbrücker Zeitung, 04.06.2009
  • "Wirtschaftkrise - gäähhn? Wirtschaftskrisenbücher - igitt? Nicht so voreilig. [...] Der Wirtschaftspublizist Stefan Frank zeigt, dass es auch anders geht. In seinem neuen Buch analysiert er nicht nur die Krise und ihre unmittelbaren Auslöser, sondern stellt sie in einen historischen Zusammenhang. Den Leser erwarten ein spannender und kurzweiliger Überblick über die Entwicklung des Geldes und der Finanzmärkte vom Mittelalter bis heute, Vergleiche der jetzigen mit früheren ökonomischen Krisen und deren überraschende Parallelen, eine detaillierte und verständliche Erklärung der dubiosen, teils gar nicht so neuen Finanzinstrumente der Banken, vieles mehr - und außerdem noch vernünftige Vorschläge. [...] Ein amüsantes, informatives, aufwändig recherchiertes, anspruchsvolles, aber jargonfreies und vor allem: lehrreiches Buch. Nicht einschlafen: Lesen!"
    Schnüss - Das Bonner Stadtmagazin, Mai 2009