Rezensionen zu "Die Kinder im Brunnen"
- "[...] eine Geschichte, die tief unter die Haut geht, Mobbing das treibende Thema - nicht in der nüchtern, berechnenden Welt der Erwachsenen, sondern in der von Kindern. Einer Welt, die für die meisten Menschen aus tiefstem Herzen der Inbegriff von Unschuld ist. [...] [D]ieses Buch zeigt deutlich die schmerzhafte Erkenntnis Lilo Beils, dass unsere moderne Gesellschaft geprägt ist von einer Hetzjagd nach Erfolg, Anerkennung, Leistung und Ansehen - kurzum vom Schrei nach Liebe. Einem Schrei, der, fehlgeleitet, die Liebe im Echo sucht anstelle dort, wo sie zu hause ist. ... Einem grausamen Schrei."
Gabriele Lermann in der strassenGazette, August 201, den kompletten Artikel finden Sie in 2 Teilen hier: Teil1, Teil2
- "Die Autorin Lilo Beil nimmt den Leser mit zu der Lehrerin Charlotte Rapp, die die Hauptperson ihres Regionalkrimis aus dem Odenwald ist. Geschickt verknüpft die Autorin die aktuellen Themen Mobbing und zunehmende Jugendgewaltbereitschaft in die bis zum Ende spannende Geschichte. Mit viel Lokalkolorit und einer sachlichen, jedoch fesselnden Sprache entwirft die Autorin einen Krimi, der auch real hätte passieren können. Gleichzeitig setzt sie sich für Zivilcourage und bürgerschaftliches Engagement ein und vergisst auch nicht auf die dabei möglicherweise entstehenden Ängste einzugehen."
Julia Noe, 22. Oktober 2010 Die Stadtredaktion
- "Tatort Klassenzimmer
[...] Dieser Roman ist für die Autorin eine Herzensangelegenheit, ein emphatisches Plädoyer für Zivilcourage und Humanität.
In der Entwicklung einer raffiniert konstruierten und vernetzten Handlung zeigt sich ebenso das große epische Talent wie in der souveränen Beherrschung und Umsetzung verschiedener Erzähltechniken: Rahmen- und Binnenerzählungen wechseln miteinander ab, Spannung alterniert mit einem Hauch Sarkasmus.[...] Das die zwischen Odenwald, Speyer und Heidelberg angesiedelte Handlung genaueste Ortsumschreibungen umfasst, verstärkt ihre Glaubwürdigkeit. Ebenso sind die Verweise auf Zeitungsberichte mit authentischen Kriminalfällen geeignet, die Identifikataion des Lesers zu erhöhen.[...]"
Reiner Henn, Rheinpfalz vom 16.10.2010
- "Spannung bis zum furiosen Showdown
" [...] In ihrem Roman "Die Kinder im Brunnen" wirft die Hornbacher Autorin diese Frage auf: Wie kann es sein, dass gerade junge Menschen so voller Hass sind, getrieben, anderen wehzutun - oder im schlimmsten Fall zu töten? "Die Kinder im Brunnen" ist nach den drei Kriminalfällen mit Kommissar Gontard Beils vierter Kriminalroman - und ihr atmosphärisch dichtester. [...] Denn was Lilo Beil in ihrem Roman beschreibt, das sind Phänomene unserer Zeit, die Angst machen: Zunehmende Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, Mobbing, diese alltäglichen kleinen, aber wirksamen Nadelstiche, die beispielsweise einen Mitschüler oder Kollegen zwermürben und in die Verzweiflung treiben - und die zuweilen in äußerste, tödliche Gewalt münden. All dies schildert die Autorin aus einer gewissen Distanz und doch gleichzeitig mit einer Nähe, die möglicherweise viel mit ihrer beruflichen Laufbahn als Gymnasiallehrerin zu tun hat. Sie rüttelt ohne erhobenen Zeigefinger auf und fordert - ohne es ausdrücklich zu sagen - Zivilcourage und Mitmenschlichkeit ein. Jugendliche, die einen alten Mann zu Tode prügeln, Männer, die sich in übelster Weise an Kindern vergehen - Themen wie diese beherrschen seit Monaten die Schlagzeilen, nicht nur hierzulande. "Als ich vor zwei Jahren mit dem Roman begonnen habe, konnte ich nicht ahnen, welche Aktualität sein Inhalt erreichen würde", blickt Beil auf die Phase ihrer Arbeit am vorliegenden Werk zurück. [...] Im Unterschied zu den Gontard-Krimis ist der Roman "Die Kinder im Brunnen" weniger ein Zeitgemälde. Sein Reiz liegt vor allem in seiner - traurigen - Aktualität sowie der hohen Dynamik und dem Spannungsreichtum seiner Handlung. Verschiedene Erzählperspektiven - unter anderem die Tagebuchaufzeichnungen der Mutter zweier Kinder - ermöglichen dem Leser eine differenzierte Betrachtungsweise der Handlungsabläufe. Das macht den ohnehin schon spannenden Krimi noch einen Tick interessanter."
Manfred Bierbauer, Weinheimer Nachrichten/Odenwälder Zeitung, 24.07.2010
- "Idyllisches Weschnitztal, historisches Heidelberg, ruhiges Speyer – so oder so ähnlich möchten wir uns heute das Leben vorstellen. Doch die Realität sieht leider ganz anders aus. Auch in diesen Regionen findet man bereits bei Kindern und Jugendlichen immer stärker werdende Gewaltbereitschaft. Selbst Mobbing ist kein Thema mehr – wer nicht mitzieht wird zum Außenseiter und nicht mehr nur ignoriert sondern auch immer wieder gequält.
So auch Lisa. In ihrer Schule findet sie keinen Anschluss und die älteren Jungs quälen sie und filmen sie dabei mit ihren Handys. Lisa flüchtet sich in eine Traumwelt und ihr Märchen landet als Schulaufsatz bei ihrer Lehrerin Charlotte Rapp. Diese sieht sich in der Annahme, dass Lisa ein ganz einsames Mädchen ist, in ihrer Einschätzung der Situation bestätigt. Als Lisa verschwindet spürt Charlotte, dass sie den Schlüssel zur Aufklärung in den Händen hält. Aber noch verschweigt sie diese Tatsache. Erst als ihr Kollege, ein bis dahin sehr angesehener und bei allen beliebter Kollege, mit dem Verschwinden und dem Mord an Lisa in Verbindung gebracht und schließlich ebenfalls ermordet wird, gibt sie der Polizei den entscheidenden Hinweis und gerät dadurch selbst in Lebensgefahr. Ein von der ersten Seite an spannender Krimi, der nicht zum Weglegen geeignet ist. Gerne liest man ihn auf einmal durch und vergisst dabei sicherlich auch, dass am nächsten Morgen wieder die Arbeit ruft.
Lilo Beil ist es hier gelungen neben der Faszination dieser spannenden Geschichte auch auf Probleme hinzuweisen, die in der heutigen Gesellschaft bestehen. Längst ist Gewalt bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere untereinander, ein Thema, das nicht zu verharmlosen ist. Nur mit Hinsehen und viel Zivilcourage kann es jedoch gelingen, etwas gegen diese alarmierende Entwicklung zu tun.
Mit der Lehrerin Charlotte Rapp hat sie eine Figur geschaffen, deren Engagement zunächst auch von ihrem Freund belächelt wird. Spöttisch nennen ihre Schüler sie auch Mutter Theresa. Aber gerade durch ihren Einsatz gelingt es, den Mord an Lisa und dem Lehrer aufzuklären. Hier will die Autorin zeigen, dass sich der Einsatz, wenn er auch gefährlich sein kann, am Ende doch lohnt.
Hervorragend dargestellt ist auch die Fassungslosigkeit der Betroffenen. Sei es sowohl Lisas Oma, die einzige Vertraute, die Lisa je hatte als auch die Mutter der Person, die den Mord verübt hat. Beide machen sich Vorwürfe etwas falsch gemacht zu haben, etwas überhört zu haben oder schlicht und einfach versagt zu haben.
Lilo Beil kann all die hier genannten Punkte in einer einfachen klaren Sprache darstellen, was den Lesefluss des Buches natürlich erhöht. Erst dadurch wird es möglich, dass der Leser sich lediglich auf den Inhalt der Geschichte konzentrieren und deren kritische Auseinandersetzung mit der heutigen Gesellschaft in ganzem Umfang erfassen kann.
Ein Muss für jeden Krimifreund, den nicht nur wirklich spannende Handlungen interessieren, sondern der sich auch gerne mit der Gesellschaft und ihrer bestehenden Problematik auseinandersetzt.
Petra Schott auf www.media-mania.de, 22.06.2010
- "Die "Kinder im Brunnen" treffen thematisch den Zeitgeist und das Verhalten vieler Jugendlicher. [...]
In diesem Buch ist nicht Kommissar Gontard der "Aufklärer", sondern die Lehrerin Charlotte Rapp, die sich intensiv mit der für Außenstehende undurchsichtigen Situation auseinandersetzt und ermittelt. Ein Obdachloser wird ermorder - ein Grund ist nicht erkennbar. Die Schülerin Lisa, Charlottes "Sorgenkind", wird tot in einem Brunnen gefunden. Ermordet. Der Lehrer und Hobbymaler Kehlmann, der das Kind gemalt hat, gerät unter Verdacht. Doch auch er stirbt - gewaltsam.
Spannung ist programmiert.
BAZ, 09.06.2010
- "Das Verschwinden der kleinen Lisa Bredow, einer Außenseiterin, die von ihren Klassenkameraden gemobbt wird, ist der Anfang einer Reihe von schrecklichen Gewalttaten. Die Polizei ist ratlos. Der Schlüssel zur Lösung könnte ein Aufsatz von Lisa sein. Ihre Lehrerin Charlotte Rapp erkennt dies allerdings erst, nachdem ihre Schülerin tot aufgefunden worden und ein Obdachloser einem Mord zum Opfer gefallen ist.
So wird die Lehrerin unfreiwillig zur Ermittlerin und versucht, hinter das Geheimnis in Lisas Aufsatz zu kommen, um zusammen mit Kommissar Guldner Licht in das teuflische Geschehen zu bringen. Als dann noch ein dritter Mord geschieht, und zwar ausgerechnet in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche, weiß auch Guldner zunächst nicht mehr weiter.
[...] In ihrem neuen Werk packt Lilo Beil beherzt gleich mehrere heiße Eisen an. Denn in der spannend geschriebenen Geschichte geht es zunächst einmal um Mobbing, soziale Kälte und steigende Gewaltbereitschaft.
Die Lösung des Falls erfährt der Leser erst auf den letzten Seiten des Buches. So bleibt die Spannung bis zum Ende erhalten. Das Talent der Autorin äußert sich aber nicht nur im Spannungsaufbau, sonderm vor allem auch in der Beschreibung der handelnden Personen.
Die Rheinpfalz, 08.06.2010
- "Die Autorin hat ein gutes Gespür für topaktuelle Krimithemen und –trends. [...] Hier setzt sie auf Mobbing und Gewalt in der Schule und lief damit den Ereignissen in Deutschland voraus.
Ihren bewährten Ermittler [...] Gontard hat sie gegen die Lehrerin Charlotte Rapp eingetauscht. Die Zusammenarbeit mit Hauptkommissar Guldner ergibt sich ganz harmonisch.
Drei Tote genügen, sie werden wirkungsvoll verknüpft. Die Amateurermittlerin Rapp ist nicht immer auf der Höhe des Lesers – den Aufsatz Lisa Bredows nimmt sie lange nicht ernst; eine Aufnahme mit dem Handy (S. 53) lässt keinen Groschen fallen – doch das macht sie gerade glaubwürdig und sympathisch. Wie immer bei den Krimis der Autorin ist die Handlung gut verstrickt und gut gestrickt.[...]
Neben spannender Unterhaltung regt Die Kinder im Brunnen an, darüber nachzudenken, was bei Erziehung, Kinder und Jugend in der Ellenbogengesellschaft alles im Brunnen liegt. Anstöße dazu gibt es in diesem Roman zuhauf. Sehr empfehlenswert"
Herbert Huber auf www.lesekost.de, 4.6.2010
- " „Wie kann man so stumpf, so bösartig sein und einen Menschen zu Tode steinigen?“ Die Lehrerin Charlotte Rapp, die an einem Gymnasium in der Nähe von Weinheim unterrichtet, ist außer sich, als sie in der Zeitung liest, dass ein Obdachloser brutal ermordet worden ist. Unter Verdacht: ein Jugendlicher. Doch auch die Kälte in den Gesichtern ihrer Schüler und die mitunter grausame Art, wie die Teenager miteinander umgehen, bereiten der Pädagogin Kopfzerbrechen.
Dieses soll sich noch verstärken, als eine ihrer Schülerinnen, die zwölfjährige Lisa, plötzlich verschwindet und kurz darauf in einem Brunnen ermordet aufgefunden wird. Das erst vor kurzem zugezogene Mädchen war eine Außenseiterin in der 7. Klasse und wurde von ihren Mitschülern gemobbt. Doch wer hat sie getötet?
Als ein anonymes Flugblatt auftaucht, gerät der sensible, feinsinnige Kunstlehrer Gunter Kehlmann in Verdacht – und wenig später stirbt auch er einen gewaltsamen Tod. Während die Polizei nach wie vor im Dunkeln tappt, kommt Charlotte ein böser Verdacht [...].
Die aus der Südpfalz stammende Schriftstellerin Lilo Beil verwebt in ihrem neuen Kriminalroman gekonnt eigene Erfahrungen, die sie in drei Jahrzehnten als Lehrerin in einem Gymnasium im Odenwald gesammelt hat, mit einer klug konstruierten Handlung. Der in Form von Zeitungsmeldungen häufig wiederkehrende Verweis auf tatsächliche Verbrechen erhöht die Authentizität zusätzlich.
[...] Und auch Lilo Beils Entscheidung, nach drei Romanen mit Kommissar Gontard diesmal auf Charlotte Rapp zu setzen, war die richtige: Nach der Lektüre der 195 Seiten fragt sich der Leser nämlich sofort, wie es denn mit der sympathischen Pädagogin, ihrem Lebensgefährten Bernhard und ihrer Tante Hedwig weitergehen mag – Fortsetzung erwünscht!"
Astrid Busch in der Rhein Neckar Zeitung, 22.05.2010
- "Kommissar Gontard macht Pause. In ihrem vierten Krimi lässt die gebürtige Südpfälzerin Lilo Beil nicht den Ludwigshafener Kriminalisten ermitteln, sondern ein Alter Ego: eine Lehrerin. Diese Charlotte Rapp ist dem Leser auf Anhieb sympathisch – eine kultivierte Frau, der die Schüler am Herzen liegen, besonders die Außenseiter. Dazu gehört die rothaarige Lisa, ein verträumtes Mädchen ohne Freunde. Das plötzlich tot im Brunnen liegt. Sofort tauchen anonyme Flugblätter auf, die einen Kollegen Rapps beschuldigen. Doch dann wird auch er ermordet, beim Zeichnen in der Dreifaltigkeitskirche.
Zwar häufen sich die Zufälle in „Die Kinder im Brunnen“ ein wenig zu sehr, doch ist auch dieser Beil-Krimi wieder lesenswert. Er regt zum Nachdenken an über Probleme und Fragen wie Gewalt unter Kindern, die Rolle von Erziehung im Vergleich zu genetischer Prägung oder den Umgang mit Schwächeren: Auch der Mord an einem Obdachlosen ist Thema. Gelungen ist aber vor allem, wie Beil ihre Heldin zeichnet. [...] Auch nennt sie im Buch offen einige Inspirationen für die Krimi-Geschichte: Den Polanski-Film „Rosemary´s Baby“ und Doris Lessings „Das fünfte Kind“.
Rheinpfalz, 08.05.2010
- "In ihrem neuen Regionalkrimi (Raum Heidelberg und Speyer) lässt die Autorin diesmal nicht ihren Kommissar Gontard auftreten [...]. Hauptperson ist die feinsinnige, kunst- und kulturinteressierte Gymnasiallehrerin Charlotte Rapp, in deren Umfeld sich Schreckliches ereignet. Nicht nur, dass ein Obdachloser von einem jugendlichen Täter mit einem Stein erschlagen wird. Es wird auch noch die 12-jährige Lisa, Charlottes „Kummerkind“ aus der 7. Klasse, ermordet in einem Brunnen gefunden. Schlimmes Gerede bringt Charlottes Kollegen Gunter Kehlmann, der als Hobbymaler auch die kleine Lisa gemalt hat, in Verruf. Aber auch er stirbt eines gewaltsamen Todes. –Der sprachlich geschliffene Roman wirkt vielleicht manchmal ein wenig brav, überzeugt jedoch durch seinen Spannungsaufbau. Eingeschobene kleine Kapitel mit den Gedanken des Mörders/der Mörderin (oder sind es 2 verschiedene Personen?) und kurze Tagebuchaufzeichnungen einer Mutter lassen den Leser ahnen, wer hinter den Morden steckt. Das Ende kommt ziemlich plötzlich und etwas zu glatt. Gute Unterhaltung für viele Bibliotheken. "
Sigrid Hartmann in der ekz, 3.5.2010
- "Lisa Bredow, eine stille und von ihren Schulkameraden wenig geliebte Schülerin der siebten Klasse, verschwindet zunächst, und wird schließlich ermordet in einem Dorfbrunnen aufgefunden. Der erste Verdacht fällt nach dem Auftauchen eines anonymen Flyers auf ihren Kunstlehrer, der jedoch völlig unschuldig ist. Von seinen Kollegen vorverurteilt und angefeindet flüchtet der sich in Krankheit und wird schließlich ebenfalls ermordet. Charlotte Rapp, Lisas Deutschlehrerin, verfügt über vage Informationen, denen sie zunächst auf eigene Faust nachgehen möchte, bevor erneut eine Person unter falschen Tatverdacht gerät. Dieses Vorgehen stellt sich bald als lebensgefährlich heraus.
Der Roman von Lilo Beil erzählt nicht nur einen spannenden Kriminalfall, er klärt auch ohne Umschweife über die wachsende Gewaltbereitschaft, Verrohung und Mobbing unter Jugendlichen auf. Ihre Schilderungen aus dem alltäglichen Horror der Opfer von jugendlicher Gewalt sind nicht ohne Grund so authentisch und glaubwürdig. Frau Beil war selber für Jahrzehnte im Lehrerberuf tätig. Deshalb ist auch ihre Darstellung der verschiedenen Lehrerpersönlichkeiten differenzierter und realistischer als alles was ich in diesem Zusammenhang jemals gelesen habe.
Danke Frau Beil.
Lesen!"
Adolf Kluth auf www.alle-meine-buecher.blogspot.com, 2.5.2010
- "[...] Lilo Beil stammt aus der Südpfalz und wohnt in Birkenau. [...] Im Laufe ihrer Unterrichtstätigkeit registrierte die Autorin eine Veränderung im Zeitgeist der Kinder und bemerkte wie hilflos Eltern und Erzieher dem Thema Mobbing gegenüberstehen, welches sie in ihrem neuen Buch "Die Kinder im Brunnen" sensibel verarbeitet. Protagonistin ist interessanterweise erstmals eine Frau, Deutschlehrerin Charlotte Rapp, die in einem Aufsatz ihrer Schülerin Lisa den Schlüssel zu Gewalttaten in der Umgebung vermutet. Als das Mädchen verschwindet, wird sie unfreiwillig zur Ermittlerin und gerät dabei selbst in Lebensgefahr. Die Leseprobe, eine spannende Mischung aus Nachdenklichem und Unterhaltsamem, machte neugierig auf mer dieser Story mit Tiefgang.[...]"
www.dilsberg.de, 30.04.2010
- "Lilo Beil hat Lunte gerochen und Spass am Krimischreiben. Das geht ihr scheinbar flott von der Hand. Alle bisherigen Titel waren von Erfolg gekrönt. Nun gibt es neuen Lesestoff. Imposant und spannend. [...]
Mehrere Bezüge zu Speyer und zum Speyerer Umland hat Beil in ihren Roman eingebaut [...]. In der Dreifaltigkeitskirche gibt es einen Toten. Ein Mann wird dort ermordet. Außerdem wird ein Obdachloser in Weinheim umgebracht. Ein Plakat, das einen Obdachlosen darstellt und das im vergangenen Jahr am Dom zu sehen war, inspirierte die Autorin dazu, einen Obdachlosen mit in das Geschehen einzubauen. Einen weiteren Bezug zur Vorderpfalz gibt es, weil die Protagonistin von "Die Kinder im Brunnen", Charlotte, aus Westheim kommt - genauso wie der Vater der Autorin."
Bücherwurm, Ausgabe 1/2010
- "Kommissar Gontard macht Pause. [...] Die ehemalige Lehrerin Beil rückt jetzt aktuelle Phänomene ins Zentrum, die ihr (auch) aus ihrer beruflichen Praxis vertraut sein dürften.
Das klingt nach literarischem Engagement, was nicht selten auf Kosten der literarischen Güte geht, doch in diesem Fall liegen die Dinge anders. Erzählerisch auf der Höhe ist Beil auch hier; qualitative Schwankungen kennt man von ihr ja nur, was die atmosphärische Dichte angeht. [...]
Mobbing unter Schülern ist ein Thema, auch Jugendliche, "die es auf Obdachlose abgesehen haben", kommen vor, wozu Beil einen authentischen Fall zitiert und einen weiteren erfindet. Im Zentrum aber steht der Mord an einer Schülerin, der einzelgängerischen Lisa, zu der die Lehrerin Charlotte Rapp ein besonderes Verhältnis hatte, weil sie ihr leidtat und sie von ihrer Begabung überzeugt war. Lisas letzter Schulaufsatz machte Andeutungen, die der engagierten Pädagogin Gewissensbisse bereiten und die sie dazu veranlassen, selbst in dem Fall zu ermitteln - allein, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten oder zusammen mit der Polizei, je nachdem, was gerade passend erscheint.
Wie noch jedes Buch, das sich als Regionalkrimi rubrizieren lässt, bietet auch dieses viel Lokalkolorit, von dem besonders hiesige Leser profitieren. Doch zum Selbstzweck gerät dies nie, der Plot und die Erzählung sind die Hauptsache. Zur Spannung trägt nicht zuletzt der Aufbau bei. Innere Monologe des Täters oder der Täterin sind dazwischengestellt, außerdem dichte Tagebucheinträge einer Mutter, die allmählich realisiert, was ihr Nachwuchs Schlimmes treibt. Die Haupthandlung mit der sich bereits ihrer Pensionierung nähernden Charlotte Rapp hat hingegen auch etwas von jenem Strickwestencharme, der dem Genre ebenfalls schon lange guttut und der mit für dessen anhaltende Beliebtheit sorgt. Die Rechnung, diesmal auf Charlotte Rapp als Hauptfigur zu setzen, geht also auf."
Thomas Groß auf www.morgenweb.de, 7. April 2010
- "Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist es zu spät. Das ist die Botschaft von Lilo Beils neuem Kriminalroman. Es geht um ein ganz brisantes Thema, das im hessischen Odenwald spielt: das Thema Schulmobbing und seine Folgen. Die renommierte Krimi-Lady – selbst 35 Jahre lang Gymnasiallehrerin – zeigt in ihrem aktuellen Titel die zerstörerischen Konsequenzen auf, die die Vernachlässigung von gemobbten und mobbenden Kindern durch Eltern und Lehrer hervorbringen. Der Plot des Krimis: Ein Kind wird tot aufgefunden auf dem Sperrgitter des Marktplatz-Brunnens in einer südhessischen Kleinstadt. Ein Sexualmord? Die Autorin leitet das Thema ein, durch die Schilderung eines zeitgleichen Mordes in der Stadt, an einem Obdachlosen, und macht dann den Leser mit den möglichen Verdachtspersonen vertraut. Nach dem Tod des Kunstlehrers, der das „Kind im Brunnen“ unterrichtet hatte, kommt es zum Showdown, dessen Ergebnis hier nicht verraten wird. Dieser packende und bis zum Schluss spannende Krimi geht unter die Haut."
Prof. Hans Karl Rupp in der Marburger Neuen Zeitung, 24.03.2010
- "Odenwald-Krimis", wie im Programm angekündigt, schreibe sie nicht, sagte Lilo Beil zu Beginn ihrer Lesung bei der Buchmesse im Ried. Bei ihr werde keiner mit dem Bembel erschlagen oder mit Kochkäs vergiftet, sondern die Geschichten könnten überall spielen. Dass sie trotzdem in der Region angesiedelt seien, liege nur an ihrer Vertrautheit mit dieser Umgebung: Von ihrer Heimat in der Pfalz über Heidelberg bis eben in den Odenwald hinein, wo sie Lehrerin war. Ihre Bücher seien wie sie selbst in der Heimat verankert, aber Heimatduselei liege ihr nicht.
Eine Schule im Odenwald als Handlungsort in ihrem neuesten Buch ,,Die Kinder im Brunnen": Das habe in den vergangenen Wochen ganz unerwartete und erschreckende Aktualität gewonnen. Um Missbrauch gehe es bei ihr allerdings nur am Rande, im Mittelpunkt stünden Mobbing und soziale Kälte. In ihren Romanen gebe es keine Kettensägenmassaker, sondern sie beschreibe die dunklen Seiten der Gesellschaft, und das wolle sie dennoch auch poetisch und romantisch tun.
Dass ihr das gelingt, hat sie schon in mehreren Büchern bewiesen. In Stockstadt war sie sehr gefragt zum Signieren ihrer Werke, und auch mit der Lesung aus der Neuerscheinung überzeugte sie die Zuhörer. Am Anfang der Geschichte steht ein Gewaltausbruch, als Kinder mit Steinwürfen einen Obdachlosen töten, und schon darin zeigt sich Beils Stärke als Autorin mit einer unsentimentalen und doch menschlich-mitfühlenden Darstellungsweise, spannenden Beschreibungen und einer vielschichtigen Erzählweise.
Anders als viele Krimis geht das Buch weit über eine oberflächliche Tätersuche hinaus. Im Mittelpunkt steht die Lehrerin Charlotte Rapp, in die viele Züge der Autorin selbst eingeflossen sind. Sie macht sich Sorgen um die sensible Lisa, die von größeren Mädchen in ihrer Klasse herumgestoßen wird und sich offenbar einen Fantasie-Freund als Trost zugelegt hat. Ist diese Figur in einem Aufsatz des Mädchens einem Brunnen entstiegen, so liegt Lisa bald darauf selbst tot auf einem Brunnengitter. Die Betroffenheit an der Schule schlägt rasch um in Verdächtigungen gegen einen Kunstlehrer.
Die Zuhörer im Kulturraum der Altrheinhalle lauschten gebannt und dankten der Autorin mit viel Applaus. Lilo Beils Erzählkunst hat bei der Buchmesse viele neue Freunde gefunden.
www.echo-online.de, 17.03.2010
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