Rezensionen zu "Bürger, Brücken und Duelle"
- "[...] Nicht nur Menschen, auch Städte haben ein Leben, auf das zurückzublicken sich lohnt. Ein ansprechendes Buch hat der Conte-Verlag zum Hundertjährigen der Großstadt Saarbrücken herausgebracht. Bürger, Brücken und Duelle, nun gut, das klingt ein wenig ambitioniert nach 'Götter, Gräber und Gelehrte'. Aber so völlig an den Haaren herbeigezogen ist es auch wieder nicht. Dieter Gräbner und Stefan Weszkalnys haben mit dem Buch ein sehr lebendiges und angenehm lesbaren Stadtporträt verfasst, in dem die drei Phänomene ihren Stellenwert haben. Insbesondere des 'Hergeloffnen' Gräbner journalistisch-leichter Stil verhindert dabei jedes chronikhafte Behäbige, während Weszkalnysals Experte der regionalen (Kultur-)Geschichte die profunden Hintergrund- und Detailkenntnisse beisteuert. Bevor man sich den Texten zuwendet, findet man auf 25 Seiten reizvolle Fotos, die mit erklären, warum die (meisten) Saarbrücker 'ihre' Stadt mögen. Es schließen sich Kapitel an, die die Geschichte der Stadt in entscheidenden Stationen anschaulich werden lassen (inklusive der im Titelaufgeführten Duell-Aktionen zwischen städtischen Würdenträgern, eine Art kurioses Vorspiel der Großstadtgründung aus Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach). Was aber wäre die Stadt ohne ihre Bürger/innen? So nehmen die 34 exemplarischen Porträts Saarbrücker Großstadtprominenz mit 120 Seiten denn auch die Hälfte des Buches ein. Hier wird nun jede/r auf eine biografische Skizze (bisweilen auch Interviewform) stoßen, die eigenen Interessen entspricht. Die Skala reicht von 'Jovi' Güth, einem Stadtbewahrer im wahrsten Sinne des Wortes, über Geschäftsleute, Kulturschaffende und Dienstleistende aller Richtungen bis hin zu Politikern wie einem ehemaligen Oberbürgermeister, der nun zur Führungsriege der 'Linken' gehört. Wer dann noch ganz genau wissen will, wasin den letzten 100 Jahren auf Monat und Tag an Wichtigem in Saarbrücken passierte, dem sei die eng gedruckte 30-seitige Chronik empfohlen, die den Abschluss bildet. [...]"
Dirk Walter in "Die Neueste Melusine - Zeitschrift der Literarischen Gesellschaft Saar-Lor-Lux-Elsass", Dezember 2009
- "[...] Das Buch ist nicht aus dem Anspruch lückenloser Wissenschaft entstanden, vielmehr soll sich dem Leser die Geschichte in 35 Einzelbetrachtungen von Bürgern aus der Mitte der Gesellschaft erschließen. [...] Es gehe darum, Erinnerungen zu bewahren und wachzurufen, auch zum eigenen Nachdenken über die Geschichte anzuregen (Weszkalnys). [...] In dem Buch erhielten Menschen im besten Sinne des Wortes Gelegenheit, aus ihrem Leben zu plaudern, und das macht die Jubiläumspublikation allemal lesenswert."
Saarbrücker Zeitung, 23.05.2009
- "Die in diesen Tagen „100 Jahre Großstadt“ feiernde Landeshauptstadt Saarbrücken inspirierte den Saarbrücker Historiker und Juristen Stefan Weszkalnys und den Journalisten Dieter Gräbner sich der Aufgabe zu stellen, die hundertjährige Geschichte der Großstadt Saarbrücken aufzuarbeiten. „Malstatt-Burbach, St. Johann und Saarbrücken waren drei Städte, wie sie eigentlich von ihrer Struktur und geschichtlichen Entwicklung nicht gegensätzlicher hätten sein können“, so Gräbner in seinem Vorwort zum Buch, mit dem er und Weszkalnys die Geschichte der Großstadt aufgeschrieben haben, auch um zu dokumentieren und nach Antworten zu suchen. Dabei sind sie andere Wege gegangen, als dies wissenschaftlich orientierte Historiker tun würden. Sie lassen z.B. Bürgerinnen und Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten und vielen Stadtteilen zu Wort kommen, Bürgermeister, Prominente, umtriebige Macher, nachdenkliche Szenegänger, erfolgreiche Geschäftsleute und Kleinverdiener. Sie alle erzählen, wie sie aufwuchsen, warum sie hier und nirgendwo anders leben wollen. Vor dem historischen Hintergrund der politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse erzählen sie ihre persönlichen Lebenswege und wie sie Geschichte in Saarbrücken miterlebten. Gerade aus diesem Grunde ist das im Conte-Verlag erschienene 240 Seiten starke Werk so gut anzuschauen und zu lesen. In vier Hauptkategorien haben Gräbner/Weszkalnys ihre Saarbrücker Großstadt-Aufarbeitung gegliedert. Auf den ersten 24 Inhalts-Seiten gibt‘s unter dem Titel „Stadtansichten“ zunächst eine große Auswahl an historischen und aktuellen Fotografien, denen dann auf den folgenden 42 Seiten das Kapitel „Stadtgeschichte“ folgt. Einen ganz breiten Raum räumen die Autoren den „Bürgerportraits“ ein, wo auf über 200 Seiten u.a. so bekannte Namen wie beispielsweise der frühere Saarlandhallenhef Carl Bossert, der „Vater der Zeitschrift Becker-Turm“ Ernie Schneider oder der Designer Manfred Güthler aus ihrem ganz persönlichen Saarbrücker Nähkästchen plaudern. Die jüngere Generation repräsentieren u.a. Weitspringerin Helga Bühler-Hoffmann, Saarbrückens Ex-OB Oskar Lafontaine, Finanzminister Peter Jacoby, der Burbacher Kleingärtnerchef Dieter Bost oder „Miss Saarspektakel“ Christine Baran."
Helmuth Bock auf www.hallobock.de, 20.05.2009
- "Saarbrücken. Was macht eigentlich eine Stadt aus? Stadtführer beantworten das gern mit Sehenswürdigkeiten en gros zwischen denen die Menschen einer Stadt lediglich wie Statisten vorkommen. Da gehen Stefan Weszkalnys und Dieter Gräbner in ihrem neuen Buch zum 100. Jubiläum der Großstadt Saarbrücken einen erfreulich anderen Weg: Über 30 "Bürgerporträts" sind der Kern ihres neuen Bandes "Bürger, Brücken und Duelle". Es fehlt auch nicht an Chronik und Stadtgeschichte. Letztere wird in acht Episoden kundig erzählt. Im Zentrum aber stehen die Porträts. Viele Prominente haben Gräbner und Weszkalnys befragt - Geschäftsleute, Macher, Künstler, Sportler, Menschen eben, die die Stadt prägten wie den früheren Oberbürgermeister Oskar Lafontaine. Da findet sich denn auch manch überraschende Zeile. [...] Der Saarbrücken-Kenner und frühere Referatsleiter im Kultusministerium Stefan Weszkalnys und der Journalist Dieter Gräbner, lange SZ-Lokalchef, haben sich als Autoren-Doppel da offenbar gut ergänzt: Profundes Wissen um die Stadt und das sichere Gespür für spannend erzählte Geschichten zeichnen den 240 Seiten starken Band aus. Ein reich eingeschenktes Glas der Lesefreude."
Saarbrücker Zeitung, 20.05.2009