- "Lange habe ich darauf gewartet. Auf einen Roman von einem deutschen Autoren, der sich im Bücherregal neben die Bücher von Erlend Loe und Matias Faldbakken einreihen lässt. Nun habe ich ihn gefunden. Beim Conte-Verlag ist er erschienen, Andreas Dury hat ihn geschrieben und OH TAPIRTIER heißt das überraschend witzige und kluge Buch. [...] Ganz klar fünf Sterne, möglichst dick aufgemalt. Danke, lieber Conte Verlag, möchte man sagen, danke, dass ihr dieses Buch verlegt habt, Danke auch an Andreas Dury für ein sehr gelungenes Buch mit einem sehr sympathischen Anti-Helden, mit einem noch unsympathischeren Gegner, Danke für so viel Lesespaß! Was mir auch gefällt: Das liebevoll gemachte Cover des Buches. So dürfen Bücher aussehen!" von Jannis, Juli 2011 auf schmerzwach.de [1]
- "Wer ein intelektuell anspruchsvolles Buch sucht, mit einem spannenden Thema rund um die politschen Ereignisse in den 80er und heute. Zielgruppe eher männlich und Genußleser – der kann hier sicher mal zugreifen. Frauen und “Bücherfresser” haben es mit dem Buch allerdings ein wenig schwerer." Juli 2011, trampelpfade.com [2]
- "[...] Was wie ein Krimi beginnt, entwickelt sich zu einem Roman über die Freundschaft zweier Männer jenseits der 40. Politische Irrwege und eine Liebesgeschichte sorgen in Andreas Durys (Jahrgang 1961) Roman für zusätzliche Würze. Die Erzählweise ist geprägt von einer solchen Gelassenheit, dass vieles an die Romane von Thommie Bayers erinnert. Auf jeden Fall Bibliotheken überall wärmstens empfohlen." ekz.bibliotheksservice, Rouven Hans
- "Nach verschiedenen Erzählungen publizierte der Autor [Andreas Dury] jetzt diesen umfangreichen Roman, der gesellschaftskritische Tendenzen erkennen lässt - aber ebenso Liebesbeziehungen thematisiert und im Erzählton im Spannungsfeld zwischen rational-analytischem Duktus und einem bisweilen erfrischend trockenen, ja skurrilen Humor schwankt. Zu klassifizieren wäre er zwischen politischem Genre und einer Art Kriminalroman mit sozialphilosophischem Kern."
Reiner Henn, Die Rheinpfalz, 29. Januar 2011 - "[...] Der Tapir kommt in der Geschichte als politisches Maskottchen vor, als Logo für ein Seminar am Berliner Otto-Suhr-Institut in Praktischer Politik, bei dem es um internationale Umweltkampagnen gehen soll. Erfinder dieser Kampagne ist [...] Leo Fetzner, neben dem Ich-Erzähler Frank Schütz die zweite Hauptfigur des Buches. [...]
Der ewige Loser Schütz ist die klar sympathischere Figur, [...]. Selbst der Unsympath Fetzner findet schöne Bilder, wenn er die künftige Entwicklung der Gesellschaft im Blick hat: [...].
Das ganze ist aber kein reines Kammerspiel zwischen Schütz und Fetzner. Nein, es kommen auch noch Tina, Gerda und Eva vor. [...] Es kommt also auch ein bisschen Beziehungsproblematik und Sex im Buch vor, ein Reh wird mit Pfeil und Bogen erlegt, es geht unter anderem darum, als Geisteswissenschaftler einen vernünftigen und vernünftig bezahlten Job zu finden, und außerdem hat die Polizei noch diesen mysteriösen Anschlag mit der kuriosen Kanone zu klären..."
Dirk Bubel, in Saarbrücker Hefte 104, Winter 2010 - "[...] Ein skurriler Roman über eine Freundschaft zwischen zwei Männern, die immer ambivalent war und auch extrem. Aber auch fast eine Art Krimi mit eigenwilligem Ende und der Frage was Recht und Unrecht denn nun ganz genau ist. Durys Roman hat mich anfänglich etwas gelangweilt beim Lesen, dann langsam amüsiert und im letzten Drittel dann richtig fasziniert. Auf jeden Fall kriegt man Stoff geliefert, den man nicht bloss konsumieren kann, nein, dies ist ein Roman, der an die Nieren geht und ethisch, politisch und auch darüber hinaus zum nachdenken und diskutieren anregt."
www.lesefieber.ch [3], am 27.11.2010 - "Juni 2007. Der G8-Gipfel in Heiligendamm ist beendet. Da stürzt in Linstrow ein Polizeihubschrauber ab. Die fünf Insassen sind tot. Schnell ist klar, der Hubschrauber wurde beschossen und zwei Tage später können die Ermittlungsbehörden eine selbst gebastelte Kanone als Tatwaffe präsentieren. Die Polizei vermutet die Täter im Antiglobalisierungslager.
Frank Schütz, ein arbeitsloser Softwareentwickler verfolgt vor dem Fernsehgerät die Berichterstattung nicht ohne eine gewisse Genugtuung, rechnet er sich doch dem Lager der Globalisierungsgegner zu. Die Bilder des Schussapparats aber schrecken ihn auf. Er erkennt jene DK1, die er vor Jahren zusammen mit seinem alten Freund Leo Fetzner gebaut und getestet hat. Weil er diesen telefonisch nicht erreichen kann, macht er sich auf nach Saarbrücken, um ihn zu suchen. Es wird eine Reise in seine eigene Vergangenheit als Aktivist an der Startbahn West und als Politikstudent und Autonomer im Berlin der 1980er Jahre.
Frank findet Leo von seiner Frau aus dem haus geworfen in einer heruntergekommenen Wohnung ohne geregeltes Einkommen und ohne Zukunftsperspektive. Mit dem Anschlag, so beteuert Leo, habe er nichts zu tun. Die Konstruktion sei ihm beim letzten Umzug geklaut worden, er habe den Diebstahl sogar angezeigt. Den Rummel um den Anschlag jedoch scheint er regelrecht zu genießen. Wie in alten Zeiten blüht Leo auf und erklärt in einem „Spiegel“ Interview die Konstruktion zu einem Kunstwerk, das die Gewalttätigkeit der modernen Welt symbolisieren soll. Frank dagegen fühlt sich zunehmend als Teil eines Spiels, dessen Regeln er nicht versteht und aus dem er nicht aussteigen kann.
Andreas Dury hat sieben Jahre nach dem „Schachtelkäfer“ einen hochaktuellen Roman geschrieben, der viel mehr ist als Politthriller oder Terroristenkrimi. Die literarischen Mittel, die er dabei einsetzt sind simpel und raffiniert zugleich. Der oft amoralische, meistens zynische Ex-Politologe Fetzner und der zögerliche, Iderale suchende Erzähler Schütz verkörpern zwei Lebensmodelle jenseits des „Heile-Welt“-Musters und abseits gegenwärtiger Glückserwartungen. Sie sind beide gescheitert, aber sie haben beide nicht resigniert, sie haben weiter Erwartungen und Forderungen an ihre Umwelt.
Durys Thema ist einerseits „richtiges“ Leben im falschen und damit verbundene politische Irrwege und andererseits die verzweifelte Suche nach Glück und Geborgenheit und die schwierige Unterscheidung zwischen Schein und Wirklichkeit. „Oh Tapirtier“ ist vordergründig fast ein Kriminalroman (ohne das Krimimuster ganz zu erfüllen) und hintergründig genug, um nicht als bloße Unterhaltung angesehen zu werden. Und daneben so kratzig und quertreiberisch – und zwar literarisch und inhaltlich - , dass auch die eingefleischten Freunde Duryscher Prosa gut auf ihre Kosten kommen."
Morphy Burkhart in „Chaussee“, Heft 26/2010 - "Es ist Juni 2007. Der G8-Gipfel in Heiligendamm neigt sich dem Ende zu, als ein Polizeihubschrauber abgeschossen wird und fünf Polizisten sterben. Die Täter werden im Antiglobalisierungslager vermutet. Dies erfährt Frank Schütz aus der Tagesschau. Er ist arbeitslos und liiert mit Tina, einer erfolgreichen Ärztin. Hellhörig wird er als die Tatwaffe eine DK1 sein soll. Innerhalb von 10 Tagen forscht er nach der Waffe und macht sich dazu auf die Reise in seine eigene Vergangenheit.
Der Schlüssel der Geschichte ist sein Kontakt mit Leo Fetzer, mit dem er vor Jahren die DK1 gebaut hatte, die jetzt als Tatwaffe präsentiert wurde. Der Leser erfährt in der Rückschau von Franks Teilnahme an den Ereignissen an der Startbahn West in Frankfurt, seine Jahre als Student und Autonomer in Berlin, wo er Fetzner, seinen ehemaligen Uniprof, Freund und Rivalen, kennenlernt. Einige Jahre und Jobs später treffen sie sich in Saarbrücken wieder, wo Fetzner mit seiner Frau Eva und ihren Kindern ein Haus bezogen haben. Frank verliebt sich in Eva und Fetzner überredet ihn zum Bau der Waffe. Nach einem Probeschuss im Wald wird die Waffe bei Fetzner eingemottet und Frank muss berufsbedingt weiterziehen…
Der Autor Andreas Dury beschreibt in seinem Roman neben gegenwärtigen Ereignissen, politischen Widerstand, falsche Freundschaft, echte Liebe und die Sünden der Jugend.[...]"
Julia Noe auf www.die-stadtredaktion.de [4], November 2010 - "Der Saarbrücker Autor Andreas Dury verarbeitet in seinem Roman "Oh Tapirtier" Krimi mit Zeitgeschichte. [...]
Am Rande des Gipfeltreffens in Heiligendann 2007 stürzt ein Polizeihubschrauber ab. Technisches Versagen? Ein Anschlag? Frank Schütz, ein arbeitsloser Programmierer, in dessen Leben einiges schief gegangen ist in letzter Zeit, traut seinen Augen nicht, als die Nachrichten ein Ermittlungsergebnis präsentieren, das ihn in heikle Erinnerungen katapultiert. Sollte wirklich sein alter Freund aus West-Berliner Protesttagen, der Politologe Leo Fetzner, etwas mit der Sache zu tun haben? [...]
Eie Prise Krimigewürz, eine Prise Rebellenwehmut (Frank Schütz - der Freischütz, Leo Fetzner - der Löwe, der die Welt in Stücke reißt), und der eine oder andere Einblick in Befindlichkeiten der alten BRD [...]"
Lothar Quinkenstein in der Saarbrücker Zeitung, 2. Oktober 2010 - "Kanonenbau für die Literatur - Andreas Dury bastelte Modell der „Tatwaffe“ für seinen Roman „Oh Tapirtier“
Im September erscheint im Conte-Verlag Andreas Durys zweiter Roman „Oh Tapirtier“. Am Montag, 30. August, 20 Uhr, liest Dury im Saarländischen Künstlerhaus. Wir stellen den Autor, der in Saarbrücken lebt und arbeitet, vor.
Saarbrücken. Wir schreiben das Jahr 2007. Frank Schütz sitzt vor dem Fernseher, als er erfährt, dass am Rande des G8-Gipfels in Heiligendamm ein Polizeihubschrauber abgeschossen wurde. Eine gewisse Genugtuung darüber kann der arbeitslose Programmierer, der sich in Berliner Studentenzeiten als Autonomer betätigte, nicht verhehlen, fühlt er sich doch als Globalisierungsverlierer. Doch dann bekommt der Ich-Erzähler in Andreas Durys neuem Roman einen Schreck. Denn die kuriose Kanone, die die Polizei als Tatwaffe präsentiert, gleicht aufs Haar jenem Gerät, das Schütz vor Jahren zusammen mit einem Freund gebastelt hat. Hat Leo Fetzner, abgehalfterter linker Unidozent, Nihilist und Abenteurer, etwas mit dem Anschlag zu tun? Um das herauszufinden, fährt Schütz nach Saarbrücken.
Wie ein Krimi beginnt Durys Roman „Oh Tapirtier“ über einen Endvierziger in der Krise. Die Suche nach dem unberechenbaren Freund wird zur Selbsterkundung, zur Reise in die eigene Vergangenheit. Es geht um das „richtige“ Leben im falschen, um politische Irrwege und um die große, wahre Liebe.
Dury, 1961 in Oberbayern geboren, wuchs im pfälzischen Dahn auf und lebt seit 1999 in Saarbrücken, weil es ihn damals vom Land in die Großstadt zog. Sieben Jahre hat er sich Zeit gelassen, um nach dem „Schachtelkäfer“ nun seinen zweiten Roman vorzulegen. Ein Jahr hat er für die Niederschrift der ersten Fassung von „Oh Tapirtier“ gebraucht.
„Streckenweise hat mich der Bau der Kanone dabei mehr beschäftigt als der Roman“, erzählt Dury grinsend. Denn die ominöse Tatwaffe, um die es im Buch geht, hat er auch real selbst gebastelt. „Ausgangspunkt waren zwei alte Garagentorfedern, aus denen ich für meinen achtjährigen Sohn einen Wurfapparat bauen wollte“. Man könne nur gut und realistisch über Dinge schreiben, die man kenne, ist er überzeugt. Weshalb man im Roman neben saarländischen Schauplätzen etliche biografische Bezüge wiederfindet, auch wenn das Tapirtier kein biografischer Roman ist. Dury hat einen Teil seines Philosophiestudiums in Berlin absolviert, er arbeitet heute als Dozent der Erwachsenenbildung, aber auch als Programmierer. Erst mit 25 Jahren habe er angefangen, neben philosophischen Essays auch literarisch zu schreiben, erzählt Dury. Auch Erzählungen, rund zwanzig allein seit dem Schachtelkäfer.
Doch es dränge ihn nicht dazu, um jeden Preis zu veröffentlichen, sagt er. Eine Gelassenheit, die sich offenbar auszahlt in Qualität. Obwohl „Oh Tapirtier“ erst im September im Conte-Verlag erscheint, ist der Roman schon für den Pfalzpreis nominiert. Auch für den „Schachtelkäfer“ erschienen in der Topicana-Reihe, bekam Dury zwei Auszeichnungen aus Rheinland-Pfalz. Ja, dort gebe es mehr Förderung und Preise für Schriftsteller als im Saarland, sagt Dury, der das nicht nur für eine Frage des Geldes hält. Dennoch fühlt sich Dury, zugleich Vorsitzender des Literaturwerks Rheinland-Pfalz-Saar und Vorstandsmitglied des VS Saar hierzulande wohl. „Ein Vorzug ist, dass die Schriftstellerszene hier untereinander sehr vertraut ist“. Eigentlich müssten die Saar-Kollegen Dury beneiden: Denn als ehemaliger Dahner kann er weiterhin mit Aufmerksamkeit und Auszeichnungen auch aus dem Nachbarbundesland rechnen. "
Silvia Buss in der Saarbrücker Zeitung, 17.08.2010