Marc Alexander Haas - Die Dunkelheit der Tage

Marc Alexander Haas
Die Dunkelheit der Tage

Roman

Der Roman wird in dramatisierter Fassung auf der Bühne gezeigt, Informationen unter http://www.diedunkelheitdertage.de

Zitat aus dem Roman:
"Unsere Geschichte ist mit den Schatten verwoben, sie hockt zwischen Nacht und Finsternis und wartet. Ihre Konturen sind in die Mauern dieser Stadt geritzt, sie spiegelt sich auf dem Wasser des Flusses. Auf einmal schüttelt sie den Staub ab, und wir verstricken uns, wie man sich in alte Briefe verstrickt, auf der Suche nach etwas ganz anderem. Unter dem Schein der von Ungeziefer umschwirrten Laternen hat sie sich zugetragen, hier, auf unseren Straßen, vor dieser schäbigen, immer gleichen Kulisse, von der wir alle uns nicht losreißen können. Irgend jemand müsste sie einfach mal erzählen, habe ich gedacht."

"Die Dunkelheit der Tage" erzählt vom Verlauf eines Jahres, in dem sich die Lebenswege ganz unterschiedlicher Charaktere kreuzen. Elias, ein alter Stadtstreicher, grob, liebenswürdig und weise, lebt schon seit ewigen Zeiten am Flussufer. Der Theaterautor Vincent streift seit dem Mord an seiner Geliebten auf einer somnambulen Suche nach ihrem Mörder durch die Straßen. Er verliert sich in Fantasien und seelischen Abgründen. Unberechenbar bricht brutale Gewalt von Zeit zu Zeit aus ihm hervor. Greta, deren Bar ein Zufluchtsort in dem Gewirr des Lebens ist, kann sich ihm als Einzige nähern. Tito ist eine zwielichtige Gestalt aus der Halbwelt, mysteriös und undurchschaubar. Henri arbeitet als Fahrer für ihn. Der junge Syrer begegnet der ambitionierten Fotografin Maria. Sie verlieben sich. Pläne und Träume entstehen, und obwohl sie gefährdet sind, ist in ihnen die Hoffnung.

Schauplatz ist eine unbekannte, doch irgendwie vertraut wirkende Stadt. Verwoben mit der Stimmung des Ortes, gefesselt an die Kulisse der Mauern, Straßen und Plätze, begegnen sich die Menschen und ihre Schicksale. Sinnbild der sich kreuzenden Handlungsstränge ist der stetig fließende Fluss. Er verbindet Figuren und Geschehnisse miteinander, hier spielen sich Begegnungen ab, erfüllen sich Schicksale.

Eine düstere, teils erschreckende Atmosphäre durchzieht den Roman. Die handelnden Figuren sind plastisch und authentisch, die Dialoge lebensnah. Dem gegenüber stehen in dichten, expressionistisch anmutenden Bildern geschilderte Sequenzen, die tiefe emotionale Zustände ausdrücken.

In diesem Roman findet wieder Leben statt. Die Gegenwartsliteratur gefiel sich lange darin, Geschichtchen zu erzählen. Hübsch, aber leer. Jetzt wird es wieder Zeit, die Brüchigkeit der Existenz zu Beginn des neuen Jahrtausends in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Außenseiter des Literaturbetriebs führt eine neue Echtheit vor. Dicht am Abgrund, schonungslos, subjektiv und dennoch nicht ohne Hoffnung. Ein großartiger, packender Roman, dem man sich nicht entziehen kann.

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