Die Zeit vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs stellt einen der wichtigsten Abschnitte der saarländischen Geschichte dar, wurde doch zum ersten Mal das Industriegebiet an der mittleren Saar vom deutschen Staatsgebiet abgetrennt und einer Sonderverwaltung, der vom Völkerbund berufenen, internationalen Regierungskommission, auf die Dauer von 15 Jahren unterstellt.

 

 Die Frage, wie bei der vorgesehenen Volksabstimmung zu votieren sei – für die Rückgliederung an das Deutsche Reich, für die Angliederung an die Französische Republik oder für die Fortdauer der internationalen Verwaltung –, löste erst nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im Deutschen Reich heftige Kontroversen aus, die in den folgenden zehn Jahren unter dem NS-Regime fortwirkten. Zahlreiche Darstellungen behandeln aus unterschiedlicher Sicht Strukturen, Entwicklungen und Ereignisse auf Landesebene. Detaillierte Arbeiten über die Jahre von Herbst 1918 bis Frühjahr 1945 auf örtlicher Basis („Mikro-Ebene“) sind bisher noch selten. Daher reizte es den Verfasser, der in den frühen 1990er Jahren das Projekt „Widerstand und Verweigerung im Saarland“ begleitet hatte, die auf Landesebene gewonnenen Ergebnisse auf die dörfliche Ebene zu projizieren und im Vergleich Ähnlichkeiten und Abweichungen herauszuarbeiten. Die ins Detail gehenden Schilderungen politischer Aktionen in den beiden Gemeinden Püttlingen und Köllerbach, seit 1974 in der Stadt Püttlingen zusammengefasst, beschreiben politische Auseinandersetzungen und Gegnerschaften, Anpassung, Verfolgung und Widerstand und lassen ein spezifisches politisches Profil erkennen, das mitunter deutlich vom Landesdurchschnitt abweicht.

 

ISBN 978-3-936950-73-1
722 Seiten, Hardcover mit SU
29,90€
 

 

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