Die Autorin stammt aus dem südpfälzischen Winden. Die Pfarrerstochter studierte in Heidelberg Romanistik und Anglistik. Über 35 Jahre unterrichtete Sie an einem Gymnasium. Die verheiratete Mutter dreier Töchter lebt im Odenwald.
Seit frühester Jugend interessierte sich Lilo Beil für Literatur und Kunst. Neben ihrem schulischen Engagement hat sie sich immer mit Malerei und Schreiben beschäftigt. Ihr liegt, sagt sie, das Satirische, schon mal mit einem Schuss ins Bösartige, aber es finden sich in ihren Geschichten genauso romantische Elemente, Spannungsmomente und die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft. Gelobt wird außerdem immer wieder die klare, sorgfältige Sprache. 1997 erschien "Maikäfersommer und andere Geschichten aus Pfalz und Kurpfalz", das in der Edition Tintenfass mittlerweile in zweiter Auflage vorliegt. Weitere Erfolge wie die Aufnahme ihrer Kurzgeschichte "Der Nussknacker" in eine Weihnachtsgeschichtenanthologie des Rowohlt-Verlages zwischen so berühmten Beiträgerinnen wie Kaschnitz und Lasker-Schüler ermutigten Lilo Beil. 1999 veröffentlichte sie unter dem Titel "Sonnenblumenreise" Geschichten für Reisende und Nichtreisende; 2002 folgte "Heute kein Spaziergang", Kriminalgeschichten von Liebe Kunst und Tod. 2005 erschien ihre Geschichtensammlug "Schattenzeit". Zahlreiche Lesungen machten Sie im Raum zwischen Pfalz und Odenwald zu einer beachteten Autorin.
Ihre Schriftstellerkollegin (und Deutschlands erfolgreichste Krimi-Autorin) Ingrid Noll sagt über Lilo Beil: "Die kann was."
Presse
Lilo Beil im Gespräch mit Manfred Bierbauer, Weinheimer Nachrichten / Odenwälder Zeitung, 25.07.2009 (Auszüge):
MB: Wie kamen Sie auf Krimis?
LB: Als ich die Geschichte 'Miss Marple verreist' geschrieben hab, hat es einfach klick gemacht. Ich saß auf meinem Balkon und wusste auf einmal, das ist es.
MB: So entstand irgendwann Ihr erster Gontard-Krimi 'Gottes Mühlen'.
LB: 'Gottes Mühlen' war zunächst ein 'Maikäfersommer', der sich dann zu einem Krimi gemausert hat. Hier legte ich viel Wert auf eine dichte Atmosphäre. Es entstand eine Mischung aus Kriminalgeschichte, Geschichte des Dritten Reiches und der Politik der jungen Bundesrepublik, in die die eigentliche Kriminalhandlung eingebettet liegt. Das Manuskript lag aber erst einmal fünf oder sechs Jahre in der Schublade, weil sich niemand dafür interessiert hat. Mein jetziger Verleger wusste aber schon nach einigen Seiten: Das passt!
MB: Wieso haben Sie Ihrer Hauptfigur einen französischen Namen gegeben?
LB: 'Gottes Mühlen' spielt im Hugenottendorf Winden, wo es noch sehr viele französische Namen gibt. Darüber hinaus hat mich Friedrich Hölderlin beeinflusst. Hölderlin hatte eine Beziehung mit einer schönen verheirateten Frankfurter Kaufmannsgattin, Susette Gontard. [...] Sein Vorname und ihr Nachname ergaben Friedrich Gontard. Die Person war auf einmal da: Als hätte er an der Tür geklingelt und ich hätte aufgemacht.
MB: Sie verknüpfen in den Gontard-Krimis immer sehr viel Zeitgeschichte mit Lokalkolorit. Welches dieser Elemente ist Ihnen wichtiger?"
LB: Das zeitliche Element ist mir eigentlich wichtiger, weil ich dadurch meine eigene Biografie verankern kann. Aber auch die Atmosphäre eines Ortes ist von großer Bedeutung. 'Die schlafenden Hunde' sind von der Szenerie her eine Liebeserklärung an meine Wahlheimat, in der ich seit 1972 lebe: An Hornbach, an Birkenau und an den vorderen Odenwald.
MB: In Ihrem Roman nennen Sie Hornbach Hohenkirch. Warum?
LB: Ich wähle für die Heimat eines Mörders nur Orte, die es in Wirklichkeit nicht gibt. [...] Eine Figur, die in meinen Romanen auftaucht, soll nicht aus einem real existierenden Ort stammen. [...]
MB: Wird es einen vierten Gontard-Krimi geben?
LB: Erst einmal wird es 2010 einen anderen Kriminalroman geben. Aber auch das erste Kapitel des vierten Gontard-Bandes ist bereits geschrieben. Er wird im Weschnitztal und in Speyer spielen und von einem aktuellen, sehr brisanten Thema handeln.[...]"