In seinem Debütroman erzählt Marc Alexander Haas (Jahrgang 1973) von einem Mikrokosmos mit durchweg moralisch integeren Menschen im menschenfeindlichen Umfeld einer namenlosen Stadt. Da ist der alte, zwar heruntergekommene, aber weise Stadtstreicher Elias, der in einem Verschlag am Fluss lebt; da sind der Gelegenheitsarbeiter Henri und die Fotografin Maria, die sich an ihrer spontanen Solidarität mit den Ausgegrenzten erkennen; da ist der Theaterautor Vincent, der auf der Suche nach dem Mörder seiner Freundin – die er aus der Gosse geholt hatte – halb wahnsinnig durch die Stadt streift und sich schließlich mit der verständnisvollen Greta zusammentut; und da sind schließlich auch der orientierungslose Schauspieler Eric, der zwielichtige Tito und noch einige mehr … Haas verwebt die Geschichten dieser Menschen zwar manchmal auf etwas vorhersehbare Weise, es finden sich aber genügend spannende Ansätze und auch einige überraschende Wendungen, die den Leser am Lesen halten können. Interessant, aber etwas unzugänglich ist der expressionistische Erzählduktus, den Haas an den Tag legt. Größeren Beständen empfohlen.